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Wüsten und Erosionsbekämfung

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Pro. Tiesheng Li und Dr. K. Koch berichten aus China:

Im Zeitraum von 4 Jahren mehr als 500.000 Bäume in erosionsgefährdeten Halbwüsten der Inneren Mongolei angepflanzt!

Das fruchtbare Zusammenwirken des Komitees für Wissenschaft und Technologie der Regionalregierung der Inneren Mongolei in Hohhout und des Internationalen Hilfsfonds e.V. hat im 4. Jahr ein Ergebnis gezeitigt, auf das beide Partner stolz sein können: In stark erosionsgefährdeten Gebieten und Halbwüsten im Einzugsbereich der Hauptstadt der Inneren Mongolei, Hohhout, wurden bereits über 500.000 Bäume angepflanzt. Dieses Ergebnis ist gleich in mehrfacher Hinsicht erstaunlich und erfreulich zugleich!

1. Die Anpflanzung fand in einer extrem regenarmen Region der Inneren Mongolei statt, wo der durchschnittliche Niederschlag zwischen lediglich 300 und 400 mm pro Jahr beträgt.

2. Der zu bepflanzende Boden ist stark erosionsgefährdet, da er einer ganz feinen Puderform gleich – die Oberfläche bedeckt , sodaß er nur allzu oft von den in der Inneren Mongolei häufig auftretenden Windböen erfaßt und sogar bis ins über 1 000 km entfernte Peking getragen wird. Dort wundern sich dann die Autofahrer, wenn auf ihr Kraftfahrzeug ein rotbrauner Staubregen hemiedergeht, sodaß sie die Scheibenwischeranlage einschalten müssen, um wieder klare Sicht zu bekommen … !

3. Die Bepflanzung in den Halbwüstengegenden der Inneren Mongolei wird des weiteren dadurch erschwert, daß so gut wie keine Wasserquellen verfügbar sind und deshalb das Wasser in Tanks mühsam herbeigeschafft werden muß. Viele künstliche Wasserreservoirs müssen angelegt werden, die das von Tankfahrzeugen herbeigeholte Wasser aufnehmen. Nur mit Hilfe dieser Reservoirs können die extrem langen Trocken- und Hitzeperioden überbrückt werden, da ohne die von Menschenhand vorgenommene Bewässerung der Bäume in den unwirtlichen Halbwüstengebieten jede wirksame Bekämpfung von Erosion und Wüste zum Mißerfolg verurteilt wäre.

4. Nur wer die extremen klimatischen Bedingungen kennt, die in der Inneren Mongolei vorherrschen mit über 40′ Hitzegraden im Sommer und bis zu 45′ Eiseskälte im Winter, vermag zu erkennen, wie schwierig es ist, einen Baum zu pflanzen, der solch krassen Klima-Extremen ausgeliefert ist. Wenn es dennoch gelungen ist, unter diesen denkbar widrigen und außerordentlich schwierigen Voraussetzungen über 500.000 Bäume zu pflanzen, so ist dieses phantastische Ergebnis nur durch die außergewöhnlich erfolgreiche chinesisch-deutsche Partnerschaft zu erklären. Der Internationale Hilfsfonds e.V. ist bekannterweise eine der wenigen humanitären Hilfsorganisationen, die auch vor schwierigsten Problemen nicht zurückschreckt… .

Wenn sich eine Hilfsorganisation auf das schwierige Feld der angewandten Forschung begibt wie der Internationale Hilfsfonds und dazu beiträgt, nicht-traditionelle Denkansätze und Projektideen in wirkungsvolle, konkrete Hilfe umzusetzen, so ist dieser Ansatz, betrachtet man das hervorragende Ergebnis, Anerkennung wert.

Es ist allgemein bekannt, daß selbst große internationale Organisationen bei ihren Projekten der Wüstenbekämpfung empfindliche Rückschläge hinnehmen mußten: Man denke nur an Projekte der Weltbank, sowie der europäischen Entwicklungshilfe …

Dem Wissenschafts-Komitee der Region Hohhout wurde durch seine Partnerschaft mit dem Internationalen Hilfsfonds eine große Chance zur Selbsthilfe eröffnet: Durch die Weiterentwicklung einer Bewässerungs- und Kunstdünger-sparenden alternativen Anpflanzungstechnologie konnten im laufenden Jahr 2001 weitere 125120 Bäume gepflanzt werden; 103520 Obstbäume und
21.600 Waldbäume.

Seit 1998 wurden insgesamt 4 verschiedene Arten der Wasseraufnahme getestet und 8 neue Obst-Varianten wurden angepflanzt.

Der Anteil der Obstbäume ist, gemessen an der Gesamtzahl aller angepflanzten Bäume hoch, wenn man die oben angedeuteten klimatologischen Widrigkeiten mit ins Kalkül einbezieht. Der Anbau von Obstbäumen hat eine sozial-ökonomische Dimension, da die deutsch-chinesischen Partner auf diese Weise wirkungsvoll Armutsbekämpfung mit Wüstenbekämpfung kombinieren, zumal die Einkommen der ländlichen Bevölkerung und Bauern in den Anpflanzungsgebieten der Inneren Mongolei an den untersten Einkommensgrenzen des Landes liegen.

ERFREULICHES RESULTAT

Aus ökologischer Sicht zeigte diese Partnerschaft ebenfalls ein sehr erfreuliches Resultat: Wie die Photos dokumentieren, wurden Bäume auch in folgenden Erosionszonen angepflanzt, die für Bepflanzung oft unüberwindliche Hindernisse darstellen:

in rauhe, starken Winden ausgesetzte Berge,
steinige und sandige Hügel,
Allee-Bepflanzung‘ auf harten, ausgetrockneten Böden entlang von Verbindungsstraßen (auch, Grüner Korridor‘ genannt), Erweiterung von Obstanbau auf der Basis wissenschaftlicher Testpflanzungen (u.a. auch zur Entwicklung neuer Obstarten).

Wir sind unseren Spendern sehr dankbar, daß sie mit Ihren Spenden Vertauen zu diesem erfolgreichen Selbsthilfeprojekt bekundet haben. Wir verbinden mit diesem Dank die Hoffnung, daß auch Sie dieses Hilfsprojekt unterstützen, das in dieser Form und mit einem alle Erwartungen übertreffenden Ergebnis von mehr als 500.000 Bäumen in erosionsgefährdeten Gebieten wohl nicht alltäglich sein dürfte!