Wie setzt der IH die ihm anvertrauten Spendenmittel ein?

Liebe IH-Freunde,

Transparenz muß im Spendenwesen stets oberstes Gebot sein. Aus diesem Grund gibt der IH seinen Spendern jedes Jahr – zusätzlich zu den monatlichen Projekt-Berichten – über die Verwendung der IH-Spendenmittel des Vorjahres einen Gesamtüberblick über die wichtigsten Aktivitäten in den einzelnen Projekten der jeweiligen Hilfs-empfänger-Länder.

Wie in allen Jahren seit Vereinsgründung des Internationalen Hilfsfonds 1990 als unabhängiger deutscher Verein, so haben wir auch im Berichts jahr 2006 das uneingeschränkte Testatun - abhängiger Wirtschaftsprüfer erhalten.
Die Prüfung umfaßt die Beurteilung der angewandten Grundsätze ordnungsgemäßer Rechnungslegung, sowie die einer korrekten Buchführung. Auch für die Jahresrechnung zum 31. Dezember 2006 wurde dem IH wieder von einer vereidigten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der international angesehenen KPMG (Köln), das uneingeschränkte Testat erteilt, wie aus der offiziellen Bescheinigung (auf Seite 5) zu ersehen ist.

Wenn eine Hilfsorganisation 85% der Spendenmittel in die Projekte einbringt, wie dies beim IH im Jahr 2006 der Fall war, so ist dies ein absolutes Spitzen-Ergebnis, das keiner weiteren Erläuterung bedarf. Wie bereits in den Vorjahren, so war es auch im Jahr 2006 wieder unser Ziel, die Kosten auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten:
Die Verwaltungskosten lagen unter 7%! Wie in den vorangegangenen Jahren, zeichnet dieser niedrige Verwaltungskostensatz den Internationalen Hilfsfonds im Vergleich zu seinen Mitbewerbern um Spenden in Deutschland aus. Dasselbe gilt auch für die Mittelbeschaffungskosten, deren Entwicklung bei nur 6% und damit auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau angesiedelt ist. Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Information ist, wie schon das Jahr zuvor, der Aufwand mit 2 % äußerst knapp bemessen.

Die hier wiedergegebenen Zahlen beweisen eindrucksvoll, daß der Internationale Hilfsfonds sehr sorgsam und verantwortungsbewußt mit den ihm anvertrauten Spendenmitteln umgeht. Damit wird gleichzeitig der Beweis erbracht, daß den Hilfsbedürftigen beim IH die größte Zuwendung zuteil wird.

Denn für den Internationalen Hilfsfonds muß die Verpflichtung gegenüber den Hilfsbedürftigen stets Vorrang haben. Dies honorieren die Spender, und darin ist auch die Ursache dafür zu suchen, daß sich der Internationale Hilfs fonds damit ein solides Vertrauen erwerben konnte. Abgesehen von einem verhältnismäßig geringen Teil, kommen die Spenden des IH fast ausschließlich von Privatspendern. Dieser glückliche Umstand uneingeschränkter Unabhängigkeit, sowohl bei der Projektauswahl, als auch beim Einsatz seiner Spendenmittel, verschafft dem Internationalen Hilfsfonds den Vorteil, eine politisch neutrale Position einzunehmen. Nur deshalb kann der IH die ihm anvertrauten Spenden – frei von jeglichem politischen Zwang – in wirksame Hilfsprojekte zugunsten Notleiden der im Ausland einbringen.

Hervorhebenswert ist, daß die IHSofort- und Nothilfe-Programme für Kranken- und Waisenhäuser, Kinderund Altenheime für Osteuropa und die Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion von 1990 bis Mitte April 2007 inzwischen die Wertgrenze von ca. 39 Mio. Euro (DM 78 Mio.), bei einem Volumen von über 6400 Tonnen, überschritten hat. Diese Leistung hat der IH ohne staatliche Zuschüsse erreicht.

Da jeder Spender mit Recht darauf vertraut, daß seine Zuwendungen effizient verwendet werden, sind die Fragen nach der Wirksamkeit des Spendeneinsatzes von entscheidender Bedeutung. Die Spender erwarten seriöse Antworten auf die für sie wichtigsten Fragen:
‘Kommt meine Spende an? Erreicht die Hilfe, die Be dürftigen, die Waisenkinder, die Kranken, Armen, Notleidenden und Benachteiligten?’ Ausge - rechnet zu diesen, für die Spender interessantesten Fragen, werden in Deutsch land bezeichnenderweise von keiner Auskunftsstelle zuverlässige Informationen angeboten...

Bei diesen Fragen trennt sich im Wettbewerb der Hilfsorganisationen jedoch die Spreu vom Weizen: Der Internationale Hilfsfonds nimmt seine Aufgabe, regelmäßig detailliert über den Einsatz der ihm anvertrauten Spenden zu berichten, sehr ernst. Dies wissen Sie, werte Spender, aus den Ihnen monatlich zugehenden Projektberichten aus den IH-Nachrichten: Eigene IH-Mitarbeiter, die Staatsangehörige des jeweiligen Hilfsempfängerlandes sind, kümmern sich persönlich darum, daß die Hilfe aus Deutschland – auch in den entferntesten Ländern – bei den Bedürftigen ankommt.

Die IH-Ärztin Prof. Dr. med. Eleni The ocharous operierte zusammen mit ihrem Kollegen Dr. G. Demetriades viele zivile Kriegsopfer in Rashityia im Süden Libanons. Gleichzeitig wurden mit Unterstützung freiwilliger Helfer aus Zypern auch 2 Tonnen Medikamente für Palästina-Flüchtlinge in Rashityia zur Verteilung gebracht.

Da wir es als unsere Aufgabe ansehen, auch ein Beispiel dafür zu geben, daß wir in Deutschland aus der Geschichte gelernt haben, möchten wir auf unsere Unterstützung von jüdischen Minderheiten im Osten Europas, speziell in Weißrußland, hinweisen. In diesem Land hält der IH, wie schon in den Jahren zuvor, weiterhin seine Hilfe für die unschuldigen Tschernobyl-Opfer auf recht, die nach wie vor die wichtigste Ziel gruppe für Hilfsleistungen des IH in Belarus darstellen. Darüberhinaus unterstützt der IH dort gezielt eine Initia tive für Körperbehinderte, die ihr Schicksal mit Hilfe des Sports und Selbsthilfe -Projekten zu meistern versuchen. Die IH Hilfsgütersendungen für die Notleidenden in Belarus erreichten bis zum Jahresende 2006 einen Wert von Euro 7,5 Mio., bei einem Volumen von mehr als 1300 Tonnen.

Priorität in seiner Armenhilfe gewährt der IH den Benachteiligten in Georgien. Insgesamt bezifferte sich die Unterstützung des IH für dieses Land bis Ende 2006 auf einen Hilfsgüterwert von insgesamt Euro 7,7 Mio., bei einem Volumen von mehr als 1000 Tonnen. Hervorzuheben ist außerdem die Hilfe, speziell für Behinderte in Rußland, die der IH auch in diesem Jahr weiter intensivieren wird.

Weitere Betätigungsfelder des IH sind Wissenschafts- und Universitätskooperationen, die wichtigen Technologie und Wissens-Transfer ermöglichen sollen, aber gleichzeitig auch zu einer aktiven, positiven Zusammenarbeit zwischen Ost und West im Sinne des Völkerverständigungs-Gedankens beitragen.

Wie die nebenstehende Übersicht zeigt, umfaßt der weite Fächer der vom Internationalen Hilfsfonds geleisteten Hilfe Schulförderungs- und Patenschafts pro jekte. Sie reichen von Zimbabwe über Indien, bis in die Philippinen und im fernen Südpazifik sogar die zu den ärmsten Entwicklungs ländern der Welt zählenden Inselstaaten Kiribati und Tuvalu.

Das International Liaison Office des IH in Brüssel bemüht sich außerdem, auf dem Gebiet der angewandten Forschung neuen, alternativen wissenschaftlichen Methoden, die Benachteiligten in Entwicklungsländern zugute kommen sollen, zum Durchbruch zu verhelfen:

  • Hierbei handelt es sich z.B. um Methoden für das Virus-Monitoring in Trinkwasser, das zur Verminderung von Epidemien und Ansteckungskrank heiten aus dem Trinkwasser dient. Mit diesem Konzept strebt der IH an, die Trinkwasserversorgung gesünder zu gestalten und gleichzeitig die Hygieneverhältnisse ärmster Bevölkerungs schichten nachhaltig zu verbessern.
  • Methoden zur Bekämpfung radioaktiver Kontaminierung Plutoniumund Uranium-verseuchter Böden zur Entlastung ökologisch stark geschädigter Gebiete, wo entweder Atombombentests stattfanden, bzw. die Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe besonders gravierend sind, wie in dem am intensivsten radioaktiv verstrahlten Weißrußland, sowie den Atombombentestgebieten Kasachstans.
  • In der Region Chikombedzi, im Süden Zimbabwes beweist der IH, daß sogar in den stark erosionsgeschädigten Trockengebieten und Halbwüsten nachhaltige Entwicklung möglich ist. In gemeinsamer Arbeit mit der dort in großer Armut lebenden Land bevölkerung wurden unter schwierigsten Bedingungen in den vergangenen Jahren mehr als 3000 Bäume gepflanzt, darunter auch eine bedeutsame Anzahl von Olivenbäumen und neuer Sorten von Obstbäumen. Dabei bedient sich der IH alternativer Anpflanzungsmethoden, die schon zuvor in IH-Öko-Projekten in extrem regenarmen Zonen, wie der Inneren Mongolei (Volksrepublik China), in Kirgistan und in Tadschikistan, aber auch einer Trockenzone im Anden-Gebiet der Region Mendoza (Argentinien), sowie im niederschlagsarmen Zypern überraschend positive Resultate gezeitigt haben.

Der Internationale Hilfsfonds hat auch im Jahre 2006 seine Bemühungen fortgesetzt, den ärmsten Inselstaaten im Pazifik Hilfestellung zu geben, um den wachsenden Gefahren für die gefährdete Umwelt wirksam zu begegnen: Der IH setzte deshalb mit seinen Hilfsprojekten sichtbare Zeichen für eine progressive Umweltpolitik, sowohl mit der Aktion ‘Plastiktaschen-freies Tuvalu’, als auch weiteren konkreten Hilfsmaßnahmen zum Schutz der Umwelt. Hierbei ist die Errichtung von Sammelstellen für umweltgefährdende Abfälle, wie Batterien und Elektronik-Schrott auf der Osterinsel zu nennen, aber auch die Installation umweltfreundlicher Toiletten an den am meisten gefährdeten Orten, die unter einer zunehmenden Anzahl von Touristen frequentiert werden. Diese Maßnahme gilt vor allem dem Schutz des Grundwassers. Alle Projekte wurden jeweils in Kooperation mit den je weiligen Regierungen realisiert. Dabei stand bei all diesen Selbsthilfe-Projek ten die Sensibilisierung der Bevölkerung für eine ökologisch intakte Umwelt im Vordergrund.

Für Ihre Treue und wertvolle Unterstützung und Großzügigkeit, mit der Sie es uns ermöglichen, auch fernab von Deutschland den Ärmsten, wirksam zu helfen, darf ich mich bei jedem Einzelnen von Ihnen, liebe IH-Spender, sehr herzlich bedanken.

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender INTERNATIONALER HILFSFONDS e. V.

 

Die Verwendung der IH-Spendenmittel im Rechnungsjahr 2006

Die Jahresrechnung des Internationalen Hilfsfonds zum 31. Dezember 2006 wurde von einer vereidigten Wirtschafts-prüfungsgesellschaft, der international angesehenen KPMG (Köln), überprüft, deren uneingeschränktes Testat wir hier wiedergeben. Die Verwendung der Mittel wird in nebenstehendem Schaubild veröffentlicht.

 

IH-HILFSPROJEKTE 2005

  • Kinderpatenschafts- und Schulförderungsprogramme in Afrika (Zim babwe), Asien (Indien und auf den Philippinen) und im Süd- Pazifik (in Kiribati und in Tuvalu);
  • Aktive Armenhilfe, Sofort- und Nothilfeprogramme für Kranken und Waisenhäuser, Kinder- und Altenheime in Ruß land, Weißrußland und Georgien;
  • Unterstützende Maßnahmen für die Integration jüdischer Minderheiten in Weißrußland;
  • Hilfsprojekte für Körperbehinderte und Behindertensportler in Minsk (Weißrußland), Moskau und Kaluga (Rußland)
  • Kontinuierliche Hilfe für Tschernobyl-Opfer in folgenden Regionen Weißrußlands: Gomel, Minsk, Brest, Grodno, Vlozin, Berezino und Mogilev;
  • Die IH-Ärztin Prof. Dr. med. Eleni Theocharous operierte zusammen mit ihrem Kollegen Dr. G. Demetriades viele zivile Kriegsopfer in Rashityia im Süden Libanons. Außerdem kamen für Palästina- Flüchtlinge in Rashityia 2 Tonnen Medikamente zur Verteilung.
  • Präventiv-Maßnahmen zum Umweltschutz zur Verhinderung von Dürreschäden in Zimbabwe;
  • Praktische Anwendung alternativer Methoden zur Anpflan zung von Obst- und Olivenbäumen in niederschlagsarmen, Dürre-gefährdeten Gebieten im Süden Zimbabwes im Rahmen des IH-Programmes für Technologie- und know-how-Transfer auf dem Gebiet der angewandten Agrarwissen schaften: Anpflanzung von bislang insgesamt 3000 Obst- und Olivenbäumen;
  • Anbahnung von Universitätskooperationen zwischen ost-und west euro päischen Universitäten im Sinne des Gedan kens der Völkerverständigung;
  • Entwicklung von Methoden zur Bekämpfung radioaktiver Kontaminierung, speziell Plutonium- und Uranium-verseuchter Böden zur Anwendung in ökologisch stark in Mitlei denschaft ge zogenen Gebieten, insbesondere in Län dern, die unter den Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe leiden, wie Weißrußland und der Ukraine, sowie in Ländern in Asien und dem Pazifik, deren Bevölkerung, sowie Fauna und Flora unter den Konsequenzen von Atom bombentests leiden;
  • Methoden für das Virus-Monitoring im Trinkwasser als Präventiv Maßnahme zur Verhinderung von Epidemien und An steckungskrankheiten, die durch das Trinkwasser verbreitet werden. Die Umsetzung dieser Methoden ist für Zielre gionen in Rußland, Kirgistan, Uzbekistan und Tadschikistan vorgesehen, aber auch für andere Entwicklungsländer, wie z.B. im Raum Pazifik;
  • Förderung der ‘awareness-creation’ (Bewußtmachung) von Problemen isolierter Entwicklungsländer im Pazifik, wie Tu va lu, Nauru, Kiribati, Tonga, Förderation Mikronesien und Samoa; Eröffnung von Möglichkeiten effizienter Entwick lungshilfe durch die Sensibilisierung wichtiger Entscheidungsträger im Europa-Parlament, der Europäischen Kom mi ssion und der belgischen Regierung durch das Inter na tional Liaison Office des IH in Brüssel (Belgien).
  • IH-Hilfsprojekte zum Schutze des extreme gefährdeten Ökosystems im Pazifik:
    - Initiative Plastiktaschen-freies Tuvalu; Osterinsel
    - Einrichtung von Sammelstellen für umweltgefährdete Abfälle wie Batterien aller Art und hightech-Schrott;
    - Errichtung sog. «Bio-Toiletten» an den am meisten von Touristen frequentierten Besichtigungsorten zum Schutz der Umwelt und des Grundwassers.
  • Entwicklung eines Konzepts, inklusive eines entsprechenden Ausbildungsprogramms zur Anwendung der Schrottentsorgung auf kleinen Inselstaaten im Pazifik.
  • Entwicklung eines Konzepts zur Anwendung der Schrottentfernung auf den kleinen Inselstaaten des Pazifiks.

Gesamtsumme: EURO 2.470.517,-