INHALT
Nr. 07 Juli 2010


ZIMBABWE :
Auch den ärmsten Kindern
die Chance zum Schulbesuch geben!
EDITORIAL
Die Globalisierung als Wegbereiter zunehmender Staatsverschuldung!
TÜRKEI
Hilfeersuchen für Erdbebenopfer aus Ostanatolien an den IH


ZIMBABWE
IH-Patin
Frau Prof. Dr. E. Bendel berichtet aus Chikombedzi

Die Globalisierung als Wegbereiter zunehmender Staatsverschuldung!

Liebe IH-Gönner,

die Aufregung in den EU-Mitgliedsstaaten um das als hochverschuldet gescholtene Griechenland muß jedem als übertrieben erscheinen, der die Verschuldung außereuropäischer Staaten genauer betrachtet: So sind allein in den USA 14 Bundesstaaten höher verschuldet als Griechenland! Experten gehen davon aus, daß in den Vereinigten Staaten innerhalb der nächsten 10 Jahre die Staatsschulden auf ca. 20 Billionen Dollar ansteigen. Mit dieser fahrlässigen Verhaltensweise untergraben die USA schon seit Jahren die internationalen Finanzmärkten.

Eine Trendwende zur Besserung ist nicht in Sicht, zumal die horrenden Kosten, die der Militärhaushalt verursacht, auf hohem Niveau fortbestehen werden. Hierfür sorgt ohnehin die Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan, die erhebliche Mehrkosten mit sich bringt.

Auch in Europa verursacht die Beteiligung am Afghanistan-Krieg bedeutend mehr Kosten, als bislang bekannt. Aus einem im letzten Monat veröffentlichten Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geht hervor, daß mit jedem weiteren Jahr, das deutsche Soldaten am Hindukusch stünden, sich die Kosten von ca. 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro erhöhten. Diese Zahlen stehen dem offiziell verkündeten Budget des Bundesverteidigungsministeriums entgegen, das für das laufende Jahr lediglich 785 Mio. Euro veranschlagt hat: Demnach werden nur 39 % der tatsächlich anfallenden Kosten der Öffentlichkeit bekanntgegeben.

Vorausgesetzt, die Bundeswehr zöge sich im nächsten Jahr aus Afghanistan zurück, lägen die Kosten zwischen 25 und 46 Milliarden Euro. Die gewaltige Diskrepanz von 21 Milliarden wird den „Unsicherheitsfaktoren“ dieses Krieges zugeschrieben, die offenbar nicht kalkulierbar erscheinen...

Der Hang zur Gigantomanie, in der Erweiterung der EU auf 27 Mitgliedsstaaten, kommt insbesondere den EU-Staaten mit einem überdurchschnittlich hohen Bruttosozialprodukt teuer zu stehen; allen voran, wie üblich, dem Zahlmeister BRD! Die EU entpuppt sich immer mehr als ein nimmersatter Moloch, der sich als Umverteilungsapparat betätigt.

Es ist ein Skandal, daß Kinder in vielen Entwicklungsländern nicht die Schule besuchen dürfen, weil ihre Eltern kein Schulgeld aufbringen können!
Als willkommene Opfer erweisen sich dabei nun schon seit Jahrzehnten die deutschen Steuerzahler, denen die Hauptlast der EU-Transfers aufgebürdet wird. Während in Deutschland die Zahl derer, die unterhalb der sog. Armutsgrenze leben, ständig steigt, setzt sich diese weltweit beispiellose Umverteilung zu Lasten der deutschen Bevölkerung Jahr für Jahr fort, ohne daß ein Ende abzusehen wäre: Allein im Jahre 2008 betrugen die jede Dimension sprengenden Netto-Zahlungen der BRD an die EU über 8,8 Milliarden Euro, wovon – was keinen überraschen kann – 6,2 Milliarden Euro nach Griechenland flossen.

Als „Dank“ für die über die jeweiligen Regierungen erzwungene Großzügigkeit der Bürger aus den einkommensstärkeren Mitgliedsländern, werden die EU-Bürger von allen wichtigen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen, angefangen bei der Einführung des Euro, bis hin zu der außerhalb jeglicher Finanzierbarkeit liegenden Osterweiterung, oder aber der EU-Verfassung: Der EU-Bürger hat keinerlei Mitspracherecht, denn die Eurokraten entscheiden darüber, was gut für ihn ist.

Was dies in Wirklichkeit für den EU-Bürger bedeutet, hat man erst jüngst in der BRD schmerzlich erfahren, als die Bundesregierung ihrer Bevölkerung kundtat, daß im Zweifelsfall die BRD für den Staatsbankrott in Griechenland aufzukommen hätte, für den Fall, daß Griechenland nicht in der Lage wäre, seinen Schuldendienst zu bedienen. Die nächsten Kandidaten, Portugal, Italien und Spanien, stehen schon in der Warteschleife. Wie hoch deren Staatsverschuldung ausfällt, mag niemand vorauszusagen.

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender Internationaler Hilfsfonds e.V.

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Türkei : Hilfeersuchen für Erdbebenopfer aus Ostanatolien an den IH
In der abgelegenen Region von Kovancilar warten die Notleidenden auf Hilfe.

Am 8. März 2010 ereignete sich rund 500 km östlich von Ankara ein schweres Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richter-Skala in der ostanatolischen Provinz Elazig. In insgesamt drei Regionen sind über 60 000 Bewohner von dieser Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen worden: Dabei wurden 10 000 Häuser zerstört. Dank sofort veranlaßter Rettungsarbeiten konnten viele Menschen aus den Trümmern ihrer Häuser geborgen werden. Leider kamen ca. 60 Menschen zu Tode, darunter auch viele Kinder, und es waren über 100 Verletzte zu beklagen.

Die meisten Bewohner der betroffenen Regionen wurden um 4.30 Uhr Ortszeit durch das Beben aus dem Schlaf gerissen. Man zählte danach noch etwa 27 Nachbeben, deren Stärke bis zu 4.1 reichten. Das Epizentrum dieses Bebens lag in der Nähe der Stadt Karakocan. Aus dem Krisenzentrum wurde gemeldet, daß die Ortschaften Okcular, Kayali und Yukari Kanatli praktisch total zerstört worden sind. Die Ursache hierfür ist darin zu suchen, daß die dort errichteten Wohnhäuser zumeist aus Lehm und Steinen bestanden.

Da die Türkei in einer Zone liegt, wo die Kontinentalplatten Afrikas und Eurasiens zusammenstoßen, wird das Land regelmäßig von Erdstößen heimgesucht. Das jüngste Erdbeben lag in einem Gebiet, in dem die tektonischen Verwerfungen von den nordanatolischen und ostanatolischen Verschiebungen entstanden. Das letzte schwere Erdbeben in der Türkei ereignete sich im Jahre 2003, als ein Schulwohnheim in der Provinz Bingöl einstürzte, wobei 83 Kinder ums Leben kamen.

HILFEERSUCHEN AN DEN IH
Als sich der Vize-Gouverneur und Chef des Krisen-Centers, Herr Selcuk Aslan, an den Internationalen Hilfsfonds wandte, war es für unser Hilfswerk eine Selbstverständlichkeit, den Betroffenen gegenüber aktive Solidarität zu zeigen. Am 13. April 2010 ging von Rosbach ein LKW mit Hilfsgütern in das Erdbebengebiet. Entsprechend der Bitte aus der Türkei, wurden vor allem Einrichtungsgegenstände für Krankenhäuser zum Versand gebracht, vor allem Hospitalbetten, Rollstühle und Krankenhausbedarf, an denen es aufgrund der vielen Verletzten mangelte. Des weiteren wurden Nahrungsmittel verschickt, um dem Primärbedarf der Notleidenden nachzukommen.

Der Vorstand des IH zeigt sich sehr angetan von der reibungslosen Zusammenarbeit mit dem Krisenzentrum und den Kommunen in der Türkei. Ihnen gebührt unser Dank für die effiziente Kooperation, welche die Gewähr dafür bot, daß alle Hilfsgüter bei den Erdbebenopfern angekommen sind. Hervorhebenswert ist außerdem die Arbeit der türkischen Hilfsorganisation „Roter Halbmond“, die sich sofort der Opfer angenommen hatte, um sie mit dem Nötigsten zu versorgen. Wie auf den
Der Internationale Hilfsfonds e.V. hat dem Anersuchen des Chefs des Krisenzentrums entsprochen und unverzüglich Hospitalbedarf, Betten und Rollstühle in das Erdbebengebiet gebracht.
Photos zu sehen, wurden auch Zelte, sowie Notunterkünfte aus Containern errichtet, um den obdachlos Gewordenen vorübergehende Unterkunft zu verschaffen.

Unsere besondere Anerkennung gilt auch für diese Maßnahme den großzügigen Gönnern des IH, die uns auch in diesem Katastrophenfall ihre ungeteilte Unterstützung gewährten. Das konstruktive Zusammenwirken mit den türkischen zuständigen Stellen hat es uns erlaubt, diese Hilfsmaßnahme zum Vorteil der Erdbebenopfer rasch und unbürokratisch umzusetzen. 

Mit herzlichem Dank,

Karl H. Koch
Vorsitzender
Internationaler Hilfsfonds e.V.

Schon eine ganze Reihe von Notunterkünften wurde eingerichtet, in denen Erdbebenopfer eine vorläufige Bleibe gefunden haben.
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IH-Patin Frau Prof. Dr. Elisabeth Bendel berichtet aus Zimbabwe:
Bei den Schul­anfängern der Gurungweni-Grundschule sind die Kletter­gerüste sehr be­liebt und bieten in den Pausen willkommene Ab­wechslung.

Wer sich dazu entschließt, dem IH-Schulförderungs- und Patenschafts­projekt in der Region Chikombedzi im tiefen Süden Zimbabwes einen Besuch ab­zustatten, muß sich auf eine sehr be­schwerliche Reise begeben. Nach 1995 und 2007 hat Frau Prof. Dr. Elisabeth Bendel in diesem Jahr bereits zum dritten Mal diese Strapaze auf sich genommen. Dem Inter­nationalen Hilfs­fonds ist es eine besondere Freude, hier ihren Reise­bericht wieder­zu­geben:

DIE REISE ZU MEINEN PATENKINDERN
In Verbindung mit einer Reise nach Botswana und zu den Victoria-Fällen in Zimbabwe war es mir und meiner langjährigen Freundin, Frau Bergmann vergönnt, einen 7-tägigen Abstecher zu meinen Patenkindern in der Region Chikombedzi zu machen. Wie schon beim Besuch 2007, holte uns Familie Schimper in Musina, Südafrika ab, um uns auf ihre Farm in
Besuch im IH Kinderdorf Lirhanzo
Aufgrund geburtenstarker Jahrgänge benötigt die Chanienga-Schule dringend mehr Klassenräume, die dann auch einer entsprechenden Ausstattung bedürfen.
In diesem offenen Rondell nehmen die Kinder ihr Essen ein. Außerdem finden hier Veranstaltungen statt.
Die Kinder haben sich eigens wegen unseres Besuchs versammelt und erstaunen die überraschten Gäste mit dem Aufsagen schöner Gedichte.
Für die Unterbringung auswärtiger Schüler wurde jüngst in Chikombedzi ein Haus errichtet, das sich gerade im Rohbau befindet.
Edenvale, die in Grenznähe zu Mozambique im Süden Zimbabwes gelegen ist, zu bringen. Viel Zeit für Müßiggang gab es nicht, denn täglich fuhren Frau Schimper und ihre Assistentin Margaret mit uns zu den verschiedenen IH-Projekten und einer ganzen Reihe von Schulen. Unsere besondere Aufmerksamkeit galt dem Kinderdorf Lirhanzo, in dem AIDS-Waisen liebevoll betreut werden, dem wir eine ausführliche Besichtigung widmeten. Die Häuser sind alle sehr sauber und offensichtlich frisch gestrichen, wie auch meine Photos dokumentieren. Hier sehe ich mein Patenkind Annah und ihren Zwillingsbruder Amos in der Schule.

Inmitten der Häuser gibt es ein sehr schönes Rondell, das ebenfalls abgebildet ist, in dem wir u. a. auch die Kinder zum Mittagessen treffen. Hier gibt es erfreulicherweise Wasseranschluß, was die Erziehung zur Hygiene erleichtert: Die Kinder demonstrieren dies auf erfreuliche Weise, denn wie selbstverständlich wäscht sich jedes Kind die Hände, bevor es den Teller nimmt. Noch essen sie, wie es Landessitte ist, mit den Fingern. Doch Frau Schimper wird auch ihnen in Bälde beibringen, mit Messer und Gabel zu essen, damit sie es im späteren Leben können. Die Bestecke dazu wird der IH beschaffen.

Der Bericht würde zu lang werden, wollte ich ausführlich über die vielen Klassen in den einzelnen Schulen berichten. Die von uns beigefügten Photos geben eine informative Übersicht über die zur Zeit bestehenden Bedürfnisse. Erfreulich für uns war zu sehen, daß es viele neue Schulmöbel aus Deutschland gab. In manchen Klassen fehlt es allerdings noch an Bänken und Stühlen. M. E. sollten als Nächstes Tafeln beschafft werden und die Klassenzimmer würden sofort einen besseren Eindruck machen, würden sie einen neuen Innenanstrich erhalten. Von Frau Schimper weiß ich, daß der IH bestrebt ist, durch seine Hilfsgüter-Container dem größten Mangel an den Schulen abzuhelfen, was schon deshalb die beste Lösung darstellt, weil die Ausstattungsgegenstände in Zimbabwe zu den Mangelprodukten gehören, die im Lande kaum erhältlich sind.

Nicht vergessen möchte ich, anzumerken, daß die Lehrer einen ausgezeichneten Unterricht abhalten. Wir durften Einblick in Schulhefte und Examensarbeiten nehmen. Dabei konnten wir feststellen, daß der zu vermittelnde Lehrstoff sehr hoch angesetzt zu sein scheint. Meine Freundin, Frau Bergmann, eine ehemalige Direktorin einer deutschen
Den Ärmsten der Region gilt die besondere Fürsorge des IH: Ihre Freude über die neue Kleidung ist groß.
Realschule, war sehr angetan und erstaunt über das gute Ausbildungsniveau, das man in einer solch abgeschiedenen, ländlichen Region, fernab der großen Städte in Zimbabwe, kaum erwarten konnte.

Für Frau Bergmann und mich war dies nicht nur eine erfreuliche Überraschung, sondern wir betrachten diese Qualität der Ausbildung, die wir in der Region Chikombedzi antrafen, für das gesamte Schulförderungsprojekt des Internationalen Hilfsfonds als sehr ermutigend. Es ist sicherlich eine lohnende Aufgabe, der sich Frau Schimper, die man für ihre Arbeit nur loben kann, mit großer Hingabe widmet.

Ihre

Elisabeth Bendel

Die Chanienga-Schule macht einen sehr guten Eindruck, wozu auch die vom IH gelieferten Schulmöbel aus Deutschland maßgeblich beitragen. Die Chanienga-Schule bietet ihren Schülern auch Computer für den Unterricht.
Dieses zur Chanienga-Schule gehörige Gebäude wurde vom Sturm zerstört, sodaß ein Mangel an Klassenzimmern zu beklagen ist. Die Schüler der Alpha-Mpapa-Sekundar-Schule freuen sich über neue Sportkleidung und Sportgeräte.
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Ihre IH-Patenschaft

Kindern im Notstandsgebiet Chikombedzi helfen!

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Redaktion; K. H. Koch

Die Prüfung der Jahresrechnung des Internationalen Hilfsfonds e.V. durch die KPMG, Köln, erfolgt unter Beachtung des Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftprüfer (IDW) zur Rechnungslegung von Vereinen.

Ich möchte gezielt einem Kind und seinem sozialen Umfeld helfen und übernehme die Patenschaft für ein bedürftiges Kind
in Zimbabwe,
in Indien, auf den Philippinen.

Wie mein monatlicher Beitrag in Höhe von 25,- EURO verwendet wird, erfahre ich aus den ausführlichen Informationsunterlagen, einschließlich Photo und Namen meines Patenkindes.
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