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Liebe IH-Freunde,
allzu früh haben die Globalisierungsfanatiker
die
totale Internationalisierung
zur Heilslehre der
Steuerung der Weltwirtschaft
propagiert. Viele
gingen sogar so weit, die Globalisierung als
Instrument des Ausgleichs zwischen Arm
und Reich und probates Mittel zur Armutsbekämpfung
hochzustilisieren.
Wer sich kritisch mit dieser gefährlichen
These auseinandergesetzt und davor gewarnt
hat, daß diese Globalisierungslehre
nur den Mächtigen dieser Welt dazu dient,über ihre exorbitante Kapitalmacht die
Weltwirtschaft zu kontrollieren, wurde als
kleinkariert, fortschrittsfeindlich und ewig
Vorgestriger hingestellt, der den Lauf der
Zeit nicht begreifen könne.
Welche Qualität dieser Art von zum Dogma
erhobenen “Fortschritt” in Wirklichkeit
innewohnte, wurde schlagartig jedermann
klar, als sich die Finanzkrise wie eine
Lawine über die Börsenzentren der Welt
hinwegwälzte. Mit der Finanzkrise ist nun
der böse Geist aus der Flasche der Globalisierung
entwichen und selbst innigstes
Locken konnte diesen Teufel nicht dazu
bewegen, freiwillig in seine Flasche zurückzukehren.
Damit einhergehend wurden wir gleichzeitig
gewahr, wer diesen Teufel geritten hatte,
nämlich vor allem die Finanz-Ritter aus
den “politischen Banken”, den sog. Landesbanken.
Dort saß das Geld besonders
locker, wohl vor allem auch deshalb, weil es
ja kein eigenes Geld war, das in Form von “risk capital” eingesetzt wurde. Damit war
es das einzige “Kapital”, das ohne Risiko
ungestraft aufs Spiel gesetzt werden konnte,
das auf dem Kapitalmarkt weit und breit
erhältlich ist – das Geld der deutschen
Steuerzahler!
Und da dem so ist, sieht auch der Aufsichtsrat
weg…Warum das so ist, wie es ist,
ist rasch geklärt. Dieses Gremium heißt –
deutet man die Ausreden, pardon: die
Erklärungen der Regierungsverantwortlichen
realitätsnah – deshalb “Aufsichts-Rat”, weil dort Leute sitzen, die raten sollen,
ob sieAufsicht haben, oder – wie andere
Polit-Obere meinten – eben nicht, und
zwar deshalb nicht, weil sie gar nicht wissen,
wen oder was sie überhaupt beaufsichbeaufsichtigen
soll(t)en. Das gilt analog natürlich
auch für die Bankenaufsicht, die ebenso
kläglich die Begriffe verwechselt zu haben
scheint und sich, wie es aussieht, auf die
Besichtigung der Banken beschränkt hat,
was ja bekanntlich weniger anstrengend ist
als Beaufsichtigung…
Dies wiederum hat seine Ursache darin,
daß Politiker sowieso allergisch gegen jede
Form von Aufsicht sind. Aus diesem kühlen
Grunde ernennen Politiker, die selbst keine
Ahnung vom Bankgeschäft haben, andere
Politiker, die noch weniger Ahnung vom
Bankgeschäft haben, zu Direktionsmitgliedern
der sog.Landesbanken. Daraus erklärt
sich der Umstand, warum die Laiendarsteller
des Bankgeschäfts lieber Roulette
spielten…
Da “Landesbanken”, wie der Name ja aussagt,
deshalb“Landes”-Banken heißen, weil
sie sich eigentlich mit der Finanzierung von
zumeist kleinen und mittleren Unternehmen
innerhalb des jeweiligen deutschen
Bundes-Landes befassen sollten, dies den
Polit-Bankern aber offensichtlich allzu provinziell,
zu langweilig ist, so fühlten sich die
Herren in den oberen Etagen dazu berufen,
nicht länger am regionalen Rädchen, sondern
viel lieber grenzüberschreitend, – “global” – amgroßenRad der Finanzwelt zu
drehen.
Dabei folgte man der alten Politikerweisheit, deren Auswüchse man täglich in der
EU-Bürokratie und auch bei der UNO bewundern
kann: wenn einer in seiner eigenen
Provinz nichts bewerkstelligen kann, ist
das kein Zeichen für Unfähigkeit, sondern – so scheint es – quasi Vorraussetzung für
eine internationale Karriere. Auch dafür
muß einer jedoch vorher erst mal üben. Am
risikolosesten ist eine solche Übung, wenn
man mit anderer Leute Geld ins Casino
geht, aber wenn schon, dann in eines das in
der Wall Street gelegen ist, in NY – das muß
schon sein!
Die Phantasie der deutschen LB-Finanz-,
Kredit- und Spesen-Ritter, war hierbei auffällig
einseitig ausgerichtet: Alle, ohne
Ausnahme, transferierten ihrer Landeskinder
Steuergelder nach NY – die LBs mit
DDR-Hintergrund,wie z.B. Sachsen-Anhalt,
gingen nicht etwa nach Moskau ins Casino,
ebensowenig ging die LB von Hessen nach
Monaco, oder die Bayern-LB nach Nizza…–
nein, alle trieb’s nur nach NY…
Allein der geschichtsbekannte Herdentrieb,
der besonders den Deutschen nachgesagt
wird, kann allein nicht ausschlaggebend
gewesen sein, denn auch Banker (ausgesprochen
mit “ä”) aus London und Banquiers
aus Paris trieb es in die Wall Street,
ins “Casino NY”! Wie zwanghaft dieser
Trieb in Richtung New York gewesen sein
muß, beweist das Kronjuwel deutschen
Staatsbankentums, das KDW – nein, nichtdas Kaufhaus des Westens! – pardon: die
KfW, wandelte die “Kreditanstalt für Wiederaufbau
in eine Anstalt für Wiederabbau”…
deutscher Steuerreserven, mit ihrem
Transfer von mehreren hundert Millionen
Euro an die “Lehman Brothers”,
NY, auch wieder Wall Street – aber, Sie gestatten!– zu einer Zeit, als sich die New
Yorker Brüder längst in den Bankrott verabschiedet
hatten! Dieser schlimme fauxpas
kann leider nicht einmal auf den
Herdentrieb, einer vom Schaf auf den Menschenübertragbaren gefährlichen Ansteckungskrankheit,
zurückgeführt werden.

Deutsche,wie auch französische, sowie Sendeanstalten
in Benelux, stellten alle unisono
die Finanzkrise in den Mittelpunkt ihrer
täglichen, tiefschürfenden TV-Diskussionen.
Dabei wurde immer wieder und ausschließlich über die Opfer der Finanzkrise gesprochen – sicherlich interessant für viele!
Es gab jedoch eine Frage, die alle, besonders
die von der Krise direkt Betroffenen,
interessiert hätte und bis heute noch interessiert:
die Frage nach den
Gewinnern der Krise! Denn,
wo es so viele Verlierer gibt,
da muß es doch irgendwo
auch etliche Gewinner geben…
Da diese Frage, wie
alle EU-Regenten befinden,
zu interessant ist für uns alle,
verzichten sie und in gewohntem
Gleichschritt, auch
die Massenmedien – darauf,
diese Frage zu stellen, die
just dadurch zur Gretchenfrage
geworden ist, daß sie
von allen an der Macht beteiligten
Politikern in der
EU vermieden worden ist.
Und noch eine Auffälligkeit
gibt es zu erwähnen: Wenn
jemand Geld verliert, schaut
er normalerweise am ehesten
und zuallererst dort
nach, wo er es verloren hat,
was wieder für alle hieße:
auf nach NY! Hier jedoch
reißt der zuvor so unwiderstehliche
Herdentrieb plötzlich
ab und alle, die vorher in
NY exklusiv das Geld der
anderen verjuxt haben, trauen
sich auf einmal nicht
mehr in diese Metropole des
großen Geldes… Und das,
obwohl jeder, die Banker,
die Politiker, die über die
Aufsicht Ratenden, ohnehin
alle wissen, daß das Geld,
das allen auf mysteriöse Weise abhanden
kam, irgendwo in NY herumliegt…
Aber den kürzestenWeg suchen unsere Politiker
schon deshalb nicht, weil sie nur
machen,was teuer, pardon, teurer ist: Sie geben
stattdessen den Bankrotteuren Staatsgarantien – und nun dürfen alle raten, von
wem…?! – na klar doch: vom Steuerzahler!
Das ist allein deshalb besser,weil besonders
in dieser Situation nur gut sein kann, was
teu(r)er ist!
Billiger wäre es gewesen, wenn die EULenker
dem Bush- (und Finanz)-Krieger in
USA die Leviten gelesen und von ihm verlangt
hätten, die Kohl e aus Europa wieder
rauszurücken. Da aber alle wissen, daß dieses
für die USA so billige Geld von der Regierung
Bush gerade jetzt so dringend für
den eigenen Finanzschlamassel gebraucht
wird, hat keine(r) der Regenten Europas
denMumm, von denen die Kohle zurückzuholen,
die alle EU-Dummies gelinkt hat, so
bleibt das Geld dort, wo es ist, in USA!
Das Märchen endet, wie es enden muß:
Und so suchten sie viele, viele Jahre nach
dem Geld der anderen, das sie so schamlos
“verloren” hatten und konnten es nicht finden...
und so tun sie, als suchten sie es vielleicht
auch später noch – und sie schämen
sich nicht!
Mit großem Erstaunen haben wir alle mitverfolgt,
wie schnell die sonst so behäbige
Regierungsbürokratie der BRD Staatsgarantien
für diejenigen bereitgestellt hat, die
selbst nie Not gelitten haben und die auch
keine Scheu davor zeigten, Niedrigverdienern
das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Stehen jedoch Probleme an, wie z.B. die
sowohl in Deutschland, als auch in den
Staaten der 3.Welt rasant zunehmende Verarmung,
dann geben sich dieselben Politiker
eher zugeknöpft, und man läßt verlauten,
es sei kein Geld da…
Angesichts der gravierenden Probleme, denen
wir uns gegenwärtig gegenübersehen,
ist es bemerkenswert und deshalb besonders
anzuerkennen, wenn Sie, werte IHGönner,
dem Internationalen Hilfsfonds
gerade in diesen schwierigen Krisenzeiten
gewogen bleiben.
Für diese, Ihre Treue, möchte ich mich beiIhnen sehr herzlich bedanken,
Ihr
Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender INTERNATIONALER HILFSFONDS e. V. |