 |
| Da
die Renten in der Ukraine extrem knapp bemessen sind, können sich die
Bewohner der Altenheime buchstäblich nichts leisten. Die Gehhilfen des
IH bieten den Gebrechlichen und Gehbehinderten große Erleichterung. |
Die Hilfsgütersendungen des Internationalen Hilfsfonds e. V. erreichten
bereits in den 90iger Jahren einen Wert von über 9 Mio. Euro, bei einem
Volumen von über 1400 Tonnen, was dem IH in der Ukraine die
Spitzenposition unter den deutschen Hilfswerken einbrachte. Dies wurde
uns von der ukrainischen Regierung offiziell bestätigt. Die wichtigste
Zielgruppe, der diese Hilfe zugute kam, waren in erster Linie
Tschernobyl-Opfer.
Der IH konnte durch seine
Hilfsgüterlieferungen in den Jahren 91 bis 2010 dazu beitragen, daß
vielen Tschernobyl-Opfern in der Ukraine, in Weißrußland und in Rußland
Hilfe zuteil wurde. Während die Ukraine bis Mitte der 90iger Jahre den
Großteil der Hilfeleistungen des Internationalen Hilfsfonds erhielt,
wurden danach stärker die Tschernobyl-Geschädigten Weißrußlands
berücksichtigt. Die Hilfe des IH für Belarus beziffert sich inzwischen
auf einen Gegenwert von mehr als 8,4 Mio. Euro, bei einem Volumen von
über 1500 Tonnen. Der überwiegende Teil auch dieser Hilfsleistungen kam
Tschernobyl-Opfern zugute.
Die im Jahr 2004 in der Ukraine als sogenannte „orange revolution“
propagierte Öffnung zum Westen, mit der gleichzeitig eine politische
Abwendung von Rußland demonstriert werden sollte, hat die ukrainische
Bevölkerung sehr enttäuscht. Denn es blieb bei den hehren
Versprechungen des vorschnell als neuen Heilsbringer
gefeierten Präsidenten Juschtschenko, denen leider keine Taten folgten.
Ähnlich enttäuschend verlief die
Regentschaft der als Ikone der „Orangenen Revolution“ hochstilisierten
Julia Timoschenko, die als Regierungschefin das Land modernisieren und
wettbewerbsfähiger machen sollte. Schon bald entpuppte sich die mit
westlichem Propaganda-know-how initiierte „Orangen-Inszenierung“ als
ein smarter Werbegag, der lediglich die beiden dem Westen genehmen
Politiker in ihre Positionen hievte, wohingegen der angekündigte
Fortschritt und insbesondere der damit verbundene
Wirtschaftssaufschwung ausblieb.
STATT WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG:
SOZIALABBAU!
Anstelle des großsprecherisch angekündigten Fortschritts verfiel das
Land in eine Flaute, die sich zu einer bleibenden Stagnation
entwickelte und das Land in eine zuvor nie gekannte Rekord-Verschuldung
trieb, sodaß man im Westen den Staatsbankrott der Ukraine befürchten
mußte.
Die katastrophale Finanzlage, in die sich die ukrainische Regierung
gebracht hatte, führte – wie dies in quasi allen Nachfolgestaaten der
UdSSR an der Tagesordnung ist – zu weiterem Sozialabbau. Da jedoch die
Sozialfürsorge in der Ukraine schon zuvor stark notleidend war, sorgten
die weiteren Budgeteinsparungen für eine katastrophale Finanzknappheit
in der Krankenversorgung und im Sozialwesen.
Angesichts seiner miserablen Bilanz sackte der vom Westen mit vielen
Vorschußlorbeeren bedachte Präsident Juschtschenko in den
Präsidentschaftswahlen auf ein Rekordtief von ca. 3% der Stimmen ab,
und W. Janukowitsch ging als klarer Sieger aus dieser Wahl hervor.
 |
| Speziell
ausgebildete Fachkräfte, darunter auch Psychologinnen, widmen sich mit
ihrer Arbeit auch den hochbegabten Kindern, um deren künstlerische und
musische Begabung zu fördern. |
Unter diesem unverantwortlichen Entzug von Finanzmitteln durch die
Regierung Timoschenko leiden insbesondere die Krankenhäuser, wo
ärztliche Leistungen für sozial Schwache praktisch unerschwinglich
geworden sind. Anderen sozialen Einrichtungen ergeht es ähnlich, sodaß
auch Rehabilitationszentren, Waisenhäuser, Behindertenanstalten und
Altenheime unter ständiger Finanzschwäche leiden, was sich dann
unvermeidlicherweise negativ auf die Versorgung der sozial Schwachen
auswirken mußte.
Als praktisches Beispiel möchte ich das Altenheim in Kiew aufführen, in
dem Menschen untergebracht sind, die während ihres Berufslebens einer
körperlich schweren Arbeit nachgingen. In diesem vom Staat
unterhaltenen Heim steht den sogenannten „Veteranen der Arbeit“ pro Tag
ein Verpflegungssatz von umgerechnet 2,50 Euro zur Verfügung;
wohingegen der Satz für Medikamente auf täglich 10 Cent begrenzt ist.
Jedermann
weiß, daß Menschen, die ihr Leben lang harte, körperliche
Arbeit verrichtet haben, im Alter an Verschleißerscheinungen leiden,
die meist auch medikamentös zu behandeln sind. Hieraus wird
ersichtlich, welch katastrophaler Unterversorgung die Alten ausgesetzt
sind.
Der IH bemüht sich, diesen notleidenden Menschen auch weiterhin Hilfe
zukommen zu lassen.
 |
| Damit
die Kinder auch für das Regenwetter gut gerüstet sind, erhielten sie
vom IH Stiefel; außerdem gab es Schokoriegel, die sogleich verzehrt
wurden… |
 |
| Die
Direktorin des Rehabilitationszentrums für Kinder mit psychischen
Störungen in Kiew, Frau Dr. Inna Schubenko (rechts) und die
Logopädin Frau Nadeschda Bojko sind erfreut über die gute Qualität
der
Malfarben aus Deutschland. |
 |
| In Sowjet-Zeiten wurden u.a. Altenheime speziell
für Menschen eingerichtet, die einer körperlich schweren Arbeit
nachgingen. Dieser Typ von Heimen besteht in der Ukraine weiterhin
fort. Unser Photo gewährt einen Blick in den Speisesaal eines solchen
Heims in Kiew. |
 |
| Besonders
schlimm ist es um die Behinderten bestellt, die auch tagsüber im Bett
verbleiben müssen. Rollstühle erlauben etlichen dieser
bemitleidenswerten Alten die ersehnte Mobilität. Die Räder sind
auffällig farbig gestaltet, damit Autofahrer die Behinderten besser
erkennen können. |
 |
| Unser
Photo zeigt Herrn A. Lischtschenko, den Vorsitzenden der ukrainischen
Hilfsorganisation „Desnjanskaya Sloboda“, die sich ausschließlich um
Hilfsbedürftige aus dem Gebiet Tschernobyl kümmert, die 1986 nach Kiew
umgesiedelt worden sind. |
 |
| Die
Kinder-Polyklinik Nr. 2 in Kiew erhielt vom Internationalen Hilfsfonds
u. a. auch Laborgläser. |
 |
| Besonders
die Kleinsten freuen sich über die Mützen, die von unserer
Partner-Hilfsorganisation an die Kindergärten in Kiew verteilt wurden. |
 |
| Der
Internationaler Hilfsfonds unterstützt das Rehabilitätszentrum für
Kinder mit psychischen Störungen, wo vor allem Kinder, die am
Down-Syndrom leiden, Behandlung finden. |
UNTERSTÜTZUNG FÜR
TSCHERNOBYL-UMSIEDLER
Durch die Tschernobyl-Katastrophe wurden im Jahre 1986 u. a. 30.000
Bewohner – die meisten von Ihnen stammen aus der in unmittelbarer
Tschernobyl-Nähe gelegenen Kleinstadt Pripyat – nach Kiew umgesiedelt.
Sie leben seit ihrer Umsiedlung im Desnjansky-Gebiet der Kiewer
Peripherie. Dort kümmert sich die örtliche Hilfsorganisation
„Desnjanskaya Sloboda“ um die Umgesiedelten und deren
Nachkommen.
Die Bewohner Pripyats arbeiteten
zumeist im Atomkraftwerk von Tschernobyl und dessen Infrastruktur.
Aufgrunddessen und der örtlichen Nähe ihres Wohnortes haben
gerade diese Menschen durch den Reaktor-Unfall größten
gesundheitlichen Schaden erlitten.
Deshalb liegt die Todesrate unter diesen Tschernobyl-Opfern besonders
hoch; sie haben außerdem unter vielschichtigen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen zu leiden, angefangen bei permanenter Schwächung
ihres Immunsystems, mentalen Problemen und
psychischen Störungen, bis hin zum Down-Syndrom. Die durch den
Tschernobyl-Unfall geschädigten Gene dieser Opfer werden mit der
gesamten Palette dieser folgeträchtigen Schäden an ihre Kinder und
Kindeskinder vererbt, sodaß sich hier eine verhängnisvolle Kette von
Problemen, nicht nur in die Gegenwart, sondern auch bis in die nicht
absehbare Zukunft verlagert.
Diese bedauernswerten Opfer der größten von Menschen verursachten
Nuklearkatastrophe erwecken nicht nur unser Mitgefühl, sondern
erfordern auch weiterhin unsere tätige Hilfe. Ich darf mich deshalb bei
Ihnen, werte IH-Gönner, für Ihre Unterstützung, die Sie den
Tschernobyl-Opfern seit langem entgegenbringen, sehr herzlich bedanken.
Ihr
Prof. Dr. Youri Rodionov
IH-Repräsentant in
der Ukraine und Belarus
IH-Mitarbeiter Prof. Dr. Nodar Nadirashvili
berichtet aus Georgien:
Der IH
ermöglicht verarmten alten Menschen Rehabilitation und Erholung in
Kareli.
 |
| Daridjan
Samushia ist 41 Jahre alt und gehbehindert. Sie hat vom IH-Repräsentant
Prof. N. Nadirashvili einen Rollstuhl erhalten, der für sie
unerschwinglich gewesen wäre. |
In seiner Eigenschaft als
Präsident der Union der Wissenschaftler der Republik Georgien hat Herr
Professor Dr. N. Nadirashvili vor 6 Jahren ein lobenswertes Projekt der
Hilfe zur Selbsthilfe initiiert, von der insbesondere verarmte, oftmals
vereinsamte, isoliert lebende, betagte Wissenschaftler, aber auch
Notleidende anderer Berufsgruppen profitieren können.
AN DEN RAND DER GESELLSCHAFT
GESCHOBEN:
WISSENSCHAFTLER UND AKADEMIKER
Zu Sowjetzeiten bestanden für Akademiker und
Wissenschaftler, die das Rentenalter erreicht hatten, kaum
Versorgungsprobleme. Die meisten von ihnen setzten nämlich ihre
Aktivitäten in Lehre und Forschung fort, sodaß man im Erreichen der
Pensionsgrenze normalerweise keine Schwierigkeiten sah.
Mit dem Zusammenbruch der UdSSR
ging in Georgien, wie in allen anderen unabhängig gewordenen
Nachfolgestaaten auch das Bildungssystem in die Brüche. Die nach der
Vertreibung des demokratisch gewählten Präsidenten Swiad Gamsachurdia
in Georgien an die Macht gelangenden Politiker waren, wie der dann
nachfolgende Präsident Schewardnadse, ausgebuffte Alt-Kommunisten,
deren primäres Ziel zumeist die persönliche Bereicherung war.
Die kriminellen Machenschaften der Machthabenden führten das Land in
eine schwere Finanzkrise, sodaß der öffentliche Haushalt zunehmend an
chronischer Schwindsucht litt. Dieses Manko besteht bis in die
Gegenwart hinein fort.
BESCHÄMENDE DISKRIMINIERUNG
DER INTELLIGENZIA!
Dies führte dazu, daß kostenlastige staatliche Leistungen wie z.B. die
Sozial- und Krankenfürsorge, sowie die Rentenauszahlungen radikal
gekürzt wurden. Eine Berufsgruppe, die dabei total unter die Räder kam,
waren die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften, Hochschullehrer
und Forscher, die früher stets bis ins hohe Alter beruflich aktiv
geblieben sind. Aufgrund der verantwortungslos gekappten Finanzmittel
für Forschung und Bildung, wurden die Betagten aus diesem
prestigeträchtigen Betätigungsfeld, das einst der ganze Stolz der
Nation war, schlagartig ausgegrenzt.
Eine Monatsrente von umgerechnet nicht einmal 40 Euro stellt eine
Verhöhnung dieser Menschen dar, die sich plötzlich völliger Verarmung
ausgesetzt sahen.
 |
| Das
Gebäude der Union der Wissenschaftler der Republik Georgien
beherbergt
jeden Sommer Gruppen von alten Menschen, die rehabilitätsbedürftig
sind. |
WIRKSAME HILFE ZUR
SELBSTHILFE!
Der
IH hat im Verbund mit der Union der Wissenschaftler Georgiens in deren
Gebäude ein Rehabilitationszentrum eingerichtet, das insbesondere
diesen hart geprüften, armen und oftmals kranken Menschen während der
Sommermonate eine zweiwöchige Erholung, gesundes Essen und eine
menschenwürdige Unterbringung gewährt. Der Ausbau dieses Zentrums wurde
weitgehend durch Baumaterial des IH aus Deutschland ermöglicht;
einschließlich der sanitären Ausstattung, sowie der für
Rehabilitations-Maßnahmen und -übungen, etc. erforderlichen Geräte. Zur
Aufrechterhaltung der notwendigen Hygiene versorgt der IH das Zentrum
mit Waschmittel, Seife, etc. Der IH bemüht sich, durch die Versorgung
mit Nahrungsmitteln die Verköstigung der Erholungsbedürftigen und
Kranken zu verbessern.
Die fruchtbare Kooperation zwischen dem Internationalen Hilfsfonds und
der Union der Wissenschaftler der Republik Georgien hat in den letzten
6 Jahren über 900 Notleidenden ärztliche Betreuung und Rehabilitation
geboten.
 |
| Diese
Kinder aus dem Kindergarten von Kareli wurden vom
IH-Rehabilitationszentrum eingeladen, um hochwertige Kindernahrung,
sowie Twix-Schokoriegel zu sich zu nehmen, die von den Firmen Hipp,
bzw. Masterfoods gespendet wurden. |
Dieses Resultat, das sich sehen lassen kann, wäre ohne Ihre
Unterstützung, verehrte IH-Spender, nicht erreichbar gewesen.
Deshalb darf ich mich im Namen all derer, denen wir auf diese Weise
Hilfe in der Not erweisen konnten, ganz herzlich bedanken.
Ihr
Prof. Dr. Nodar
Nadirashvili
IH-Repräsentant in
Georgien
 |
 |
| Der
77jährige Irakli Gordschalidze hat Probleme mit seinem Knie, die ihn
jedoch nicht daran hindern, mit dem Dreirad zu fahren, das er vom IH
erhalten hat! |
Der
75jährige Vissarion Geneishvili nimmt Nahrungsmittel entgegen,
die
vom
IH nach Georgien verschifft wurden. |
 |
 |
| Inga
Sadaglishvili ist 41 Jahre alt und hat 3 Kinder. Sie arbeitet im
IH-Alten-Rehabilitations-Zentrum in Kareli. |
Unser
Photo zeigt Erzieherinnen des Kindergartens von Kareli, die für die
von
ihnen betreuten Kinder Kindernährmittel von
Prof. Nadirashvili
entgegengenommen haben. |
|