INHALT
Nr. 04 April 2010
EDITORIAL
Krisenland ZIMBABWE:
Den Schulkindern, Lehrern und Schulen helfen!
ZIMBABWE
ZIMBABWE



Bei der Katastrophenhilfe muß die Effizienz im Vordergrund stehen!

Werte IH-Gönner,

seit Jahrzehnten hat es kein so verheerendes Erdbeben mehr gegeben, wie am 12. Januar 2010 in Haiti, als die Erschütterungen mit einer Stärke von 7,2 auf der Richterskala gemessen wurden. Der Inselstaat Haiti ist an den Rändern der tektonischen Platten gelegen: Zu dem Beben kam es, als sich die karibischen und nordamerikanischen Platten urplötzlich um 2 Meter verschoben. Im Zentrum lag die Intensität des Bebens extrem hoch, nämlich zwischen 9 und 10.

Dem gewaltigen Erdbeben folgten weitere schwere Beben nach, wodurch sich das Ausmaß der Zerstörung noch erheblich vergrößerte. Insgesamt waren 230.000 Todesopfer zu beklagen; und die gesamte Infrastruktur des Landes wurde vernichtet, bzw. stark in Mittleidenschaft gezogen.

Das zu den ärmsten Entwicklungsländern der Welt zählende Haiti steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt internationaler Hilfsprogramme. Nicht zuletzt aus diesem Grunde waren ganze Hundertschaften von Experten der UNO, der EU, etc. in Haiti „stationiert“. Der Aufwand an Finanzmitteln, der in diesem Land eingesetzt wurde, ging, Jahr für Jahr, in die Milliarden.

Dennoch behielt Haiti seinen Status als „Armenhaus der Karibik“ bei. Deshalb muß in diesem Zusammenhang die Frage nach der Effizienz des Mitteleinsatzes gestellt werden. Es mutet geradezu grotesk an, daß unter den unzähligen Entwicklungshilfe-Experten niemand darauf gekommen ist, in einem am Schnittpunkt zweier aufeinanderstoßender Kontinentalplatten gelegenen Inselstaat, wie Haiti, die Bebauungsordnung des Landes nicht auf die jedermann bekannte Erdbeben-Gefahr auszurichten.

In anderen Staaten, die in ähnlich erdbebengefährdeten Zonen gelegen sind, wie z.B. Japan, hat die Regierung schon seit Jahrzehnten Präventiv-Maßnahmen gesetzlich verankert: Erdbebensicheres Bauen ist obligatorisch. Warum Haiti, wo die Entwicklungshilfe quasi zum wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes avancierte, vom know-how all derjenigen Länder, die einen hohen Grad an Erdbebenschutz, inklusive Frühwarnsystemen, etc. aufzuweisen haben, nicht profitieren wollte, bleibt ein Rätsel.

Ähnlich rätselhaft muß anmuten, wie die UNO und die EU, die Jahr für Jahr Milliarden für die Haiti-Hilfe einsetzten, es offenbar nicht für erforderlich empfanden, ihre Entwicklungshilfe mit einer entsprechenden Effizienz-Kontrolle auszustatten. Stattdessen drückte man stets die Augen zu, wenn die Korruption in gewohnter Manier den Großteil der Hilfsgelder verschlang.

Es ist skandalös, mit welcher Unverfrorenheit die Regierung Haitis und die sie umgebenden Profiteure hierbei in den vergangenen Jahren abkassierte; und es ist noch skandalöser, daß dieses kriminelle Treiben von den Geberstaaten der UNO und der EU nicht nur unwidersprochen toleriert wurde, sondern die Geldquellen, die sich schließlich aus Steuergeldern speisen, so weitersprudeln, als könnten sie niemals versiegen…

Die sogenannte Geber-Konferenz der UNO wird, aller Voraussicht nach, Ende März 2010 in New York Haiti gegenüber vergessen machen, daß die Geberländer selbst mit größten finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und wahrscheinlich über 5 Milliarden USD allein an Starthilfe zum Wiederaufbau Haitis freigeben. Eine scharfe Kontrolle des Mitteleinsatzes, der insgesamt bei 10 Milliarden USD liegen dürfte, wird es, wie die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, wohl kaum geben.

Die Leichtfertigkeit, mit der auch unsere Regierung mit den Steuergeldern seiner Bürger selbst in Krisenzeiten umgeht, wenn immer die BRD sich auf dem Parkett der UNO profilieren will, ist, bei zunehmender Verarmung sozial Schwacher im eigenen Lande, der Bevölkerung nicht länger zumutbar.

In der neuen Regierungskoalition gibt es offenbar Bemühungen, die dahin gehen, alte Zöpfe abzuschneiden und die überbordende Bürokratie einzudämmen. Das sind sicherlich ermutigende Schritte in die richtige Richtung!

In der BRD wurde Entwicklungshilfe gerne als Profilierungshilfsmittel eingesetzt, sodaß das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, das eigentlich für die Entwicklungshilfe zuständig sein sollte, sich in den Entwicklungsländern nicht selten der Konkurrenz aus dem eigenen Regierungslager ausgesetzt sah, denn auch das Auswärtige Amt und das Bundeskanzleramt wollten sich im Ausland als großzügige Geber hervortun. Und dabei konnten natürlich weder der Außenminister, noch die Kanzlerin zurückstehen!

Da diese Geschenke zumeist aus spontanen Entscheidungen resultierten, entstanden demzufolge zusätzliche Hilfsprojekte, die nicht in die Palette der bereits laufenden Projekte integriert waren, sodaß auch hier die Koordination fehlte. All diese Beispiele zeigen, daß es dringend geboten erscheint, sowohl die nationale, die sogenannte bilaterale Entwicklungshilfe, als auch die internationale Entwicklungshilfe der UNO und EU, bei der die Bundesregierung jeweils eine führende Zahler-Rolle für die zur Verteilung kommenden Hilfsgelder einnimmt, auf den Prüfstand zu stellen.

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender Internationaler Hilfsfonds e.V.

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IH-Projektleiterin Ezelle Schimper berichtet aus der Region Chikombedzi, Zimbabwe:
Auch in der Krise: Mit praktischen Maßnahmen den Schulbesuch fördern!

Man tut gut daran, die spielerische Komponente beim Lernen zu nutzen!
Der Einsatz moderner Lehrmittel und die Anwendung neuester Lehrmethoden wirken sich schon im Vorschulalter positiv aus!

EIN ENDE DER WIRTSCHAFTSKRISE IST NICHT IN SICHT!
Trotz der inzwischen eingeleiteten Finanzreform, mit der die ins Unermeßliche gestiegenen Inflationsraten eingedämmt werden konnten, kann von einer Entspannung der Krisensituation in Zimbabwe nicht die Rede sein! Die Ursache hierfür liegt im Darniederliegen der Wirtschaft begründet. Internationale Beobachter sehen in der anhaltenden politischen Krise den Kern des Problems.

Erst auf Druck aus dem Ausland einigte man sich in Zimbabwe auf eine Beteiligung der Opposition an der Regierung. Diese Maßnahme hat zwar zur Verminderung der innenpolitischen Spannungen beigetragen, jedoch wirtschaftspolitisch gesehen, zu einer Patt-Situation geführt, die dadurch charakterisiert ist, daß selbst gravierende Probleme nach wie vor nicht angegangen werden.

Als Haupthindernis hierfür ist das unverantwortliche Aufschieben wichtiger Entscheidungen zu werten, ohne die es keine Stabilisierung der innenpolitischen Lage geben kann. Die dadurch hervorgerufene Unsicherheit verhindert die so dringend benötigten Investitionen, deren es unbedingt bedarf, um die sehnsüchtig erwartete wirtschaftliche Wende einleiten zu können.

Stabilität im Innern ist allerdings unabdingbare Voraussetzung nicht, nur für inländische Investitionen, sondern auch die noch bedeutsameren Auslandsinvestitionen, ohne die eine Wiederbelebung der Industrie und eine Steigerung der Produktion nicht machbar ist.


Frau Ezelle Schimper tut ihr Bestes, die Hilfsgüter so gerecht wie möglich aufzuteilen: Nun hat die Justin Chauke-Sekundarschule neue Schulmöbel erhalten.
Der IH hilft den Schulen mit neuen Wand­tafeln und Mobiliar

Diese junge Frau betreut AIDS-Waisen im Lirhanzo-Projekt. Sie freut sich über die neuen Büro­möbel aus Deutsch­land.
Im Lirhanzo-Projekt leisten Schulmöbel gute Dienste.

Die katastrophale Lage, in der sich die heimische Land­wirtschaft befindet, hat tiefe Spuren hinterlassen! Zimbabwe hatte in der Vergangenheit seine wichtigsten Export­erlöse aus seinen Agrar­überschüssen erzielt. Durch die Ent­eignung und der damit einher­gehenden Ver­treibung weißer Farmer, deren Familien oft schon seit Generationen in Zimbabwe ansässig waren, sind die Erträge aus der Land­wirt­schaft auf ein historisches Tief abgesackt. Wenn ein Land, das, wie Zimbabwe, seinen Wohl­stand in erster Linie den Agrar­exporten verdankte, seine Agrar­produktion inzwischen aber so weit gemindert hat, daß nun schon seit Jahren sogar die Selbst­versorgung der einheimischen Bevölkerung nicht mehr gesichert werden kann, erkennt ein jeder, wie gravierend sich die Wirtschafts­lage Zimbabwes darstellt.

Ohne die inter­nationale Nahrungs­mittel­hilfe wäre die Bevölkerung dem Verhungern aus­geliefert! Angesichts dieser andauernden Krisen­situation fragt man sich, wie lange die Regierenden die Leidens­fähigkeit ihrer Bevölkerung noch strapazieren wollen…


AIDS-Waisen tragen schwer an ihrem Schicksal. Mit geeigneten Spielsachen versuchen wir, ihnen eine Freude zu machen.
Frau Ezelle Schimper leitet das IH-Patenschafts- und Schul­förder­ungs­pro­jekt in der Re­gion Chikom­bedzi. Sie genießt das un­ein­ge­schränkte Ver­trau­en der Hilfs­be­dürfti­gen.


Auch die Vorschul-Klassen werden vom IH mit Schulmöbeln bedacht.
Die Lehrer, deren Gehälter oft nur unregelmäßig zur Auszahlung kommen, freuen sich über die gute Kleidung aus Deutschland.
Die Schüler der Chanienga-Grundschule sind glücklich über die neuen Schulmöbel. So macht das Lernen richtig Spaß!

DIE HILFE AUS DEUTSCHLAND IST NÖTIGER DENN JE!
Das IH-Patenschafts- und Schulförderungsprojekt in der Region Chikombedzi hat eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, wenn es darum geht, den Schulbetrieb in dieser abgelegenen Region im Süden Zimbabwes aufrecht zu erhalten. Dies ist dem Internationalen Hilfsfonds e.V. in all den Jahren zuvor, bis in die Gegenwart hinein, gelungen. Wenn uns trotz größter Schwierigkeiten ein solch bemerkenswerter Erfolg beschieden war, so verdanken wir das vor allem Ihnen, unseren treuen Spendern, die gerade dann, wenn die Notlage der Ärmsten Chikombedzis hoffnungslos schien, ihre Unterstützung des IH fortgesetzt haben. Dieses Vertrauen ehrt uns, muß jedoch unserem Hilfswerk Verpflichtung und Ansporn zugleich sein, unsere Arbeit auch weiterhin zum Wohle der Ärmsten in der Region Chikombedzi konstruktiv fortzusetzen!

DIE FINANZKRISE GEFÄHRDET DAS GESAMTE SCHULWESEN DES LANDES!
Die in Zimbabwe allgegenwärtige Finanznot bringt die Schulen des ganzen Landes in größte Bedrängnis. Es gab Zeiten, in denen überhaupt keine Gehälter mehr an die Lehrer ausbezahlt wurden. Lange Zeit hindurch waren die Lehrer, ebenso wie ihre Schulen, das Opfer einer Inflation, deren Geldentwertungsgeschwindigkeit sich zusehends steigerte. Dies führte das Land in eine Sackgasse der totalen Geldentwertung, sodaß viele Lehrer gezwungen waren, ihren Beruf aufzugeben, im sich dann Ausland zu verdingen, da sie ihre Familie nicht mehr ernähren konnten.

Dem Phänomen einer galoppierenden Inflation konnte sich niemand entziehen; auch die Schulen selbst waren davon stark betroffen. Die Schulleiter mußten hilflos mit ansehen, daß das ihnen zur Verfügung stehende Budget quasi nur noch auf dem Papier existierte, zumal das Geld zum Höhepunkt der Inflation so gut wie keinen Kaufwert mehr hatte.

BESONDERS GEFRAGT: SCHUL- UND LEHRMITTEL
In den IH-Nachrichten, Februar-Ausgabe 2010, haben wir ein Dankschreiben des Rektors der Chikombedzi-Schule, Herrn J. Ndawi, veröffentlicht, aus dem hervorging, wie wertvoll die Hilfsgütersendungen des IH aus Deutschland für die in tiefe Not geratenen Schulen sind.

Dabei war interessant festzustellen, daß die gesamte Palette an Schul- und Lehrmitteln, die eine Schule benötigt, um seinen Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten, in Zimbabwe schon seit Jahren zu Mangelprodukten geworden sind. Ohne Sendungen von Schulheften, Übungsbüchern, Schreibsachen, etc. aus dem Ausland könnten viele Schulen in Zimbabwe längst nicht mehr ihrer Aufgabe gerecht werden, den Kindern einen regelmäßigen Schulbesuch anzubieten.

MANGEL AN EINRICHTUNGSGEGENSTÄNDEN!
Auch Einrichtungsgegenstände, wie Schulund Büromöbel, ebenso wie Wandtafeln, Karten und Atlanten für den Geographie-Unterricht, sind für die Schulen Zimbabwes unerschwinglich geworden. Der IH hat, wie schon in den Jahren zuvor, diese Mangel-Produkte, insbesondere Schulmöbel und Lehrmittel, mit seinen Hilfsgüter-Containern aus Deutschland an verschiedene Schulen der Region Chikombedzi zur Verteilung gebracht. Auch im laufenden Jahr 2010 wollen wir versuchen, dem Bedarf der Schulen soweit wie möglich zu entsprechen.

In diesem Zusammenhang erscheint es angebracht – wie schon in der Februar-Ausgabe der IH-Nachrichten – aus einem weiteren Schreiben des Rektorats der Chanienga-Grundschule, in dem auf die Entwicklung der Jahre 2008-2009 hingewiesen wird, wie folgt zu zitieren:

„Das Jahr 2008 ist unserer Schule als ein Problemjahr in Erinnerung geblieben, weil es von einer großen Hungersnot gezeichnet war. Da viele Kinder unzureichend ernährt und zu schwach waren, konnten sie damals den Weg von zu Hause zur Schule oftmals nicht zurücklegen. Diese Probleme blieben nicht ohne negative Auswirkungen auf die schulischen Leistungen, die bei vielen Kindern stark absanken. Dies wiederum veranlaßte eine Reihe von Lehrern, ihren Dienst zu quittieren, was sich ebenfalls negativ niederschlug, weil der Lehrermangel dazu beitrug, daß die Zahl derer, die das Klassenziel am Ende des Schuljahres verfehlten, stieg.

Erfreulich war es für die Schule, daß der IH mit seinen Hilfsgütern Beistand gewährte: Samen und Gartenartikel erleichterten der Schule den Anbau von Gemüse in den Schulgärten, was zur Eigenversorgung der Lehrer und Schulkinder beitrug. Außerdem wurden Hygiene-Artikel an die Schüler verteilt, inklusive Zahnpasta, denn auch in Krisenzeiten muß in Schulen auf die tägliche Hygiene geachtet werden. Aber es gilt darüber hinaus, daß die Voraussetzungen für einen regelmäßigen Schulbetrieb geschaffen werden: Die Schüler aller Klassen, angefangen von Schuljahr 1, bis zum Schuljahr 7, erhielten vom IH Übungshefte, was den Lehrbetrieb sehr erleichterte.

Da inzwischen der Lehrermangel behoben ist, konnte das Lern-Niveau deutlich verbessert werden. Die Schule sieht sich jedoch einem neuen Problem gegenüber, das darin besteht, daß die Kapazität der Elektrizitätsversorgung nicht ausreicht, um alle Schul-Computer zu versorgen. Hier könnte nur ein Generator für Abhilfe sorgen.

Die Schulleitung wäre dem IH außerdem für weitere Schul- und Lehrmittel verbunden.

In großer Dankbarkeit,

Ihre

J. Zarira, Rektorat“


Die neuen Werkzeuge aus Deutschland ...
Praktische Geschenke kommen immer gut an – wie z. B. diese neuen Schulranzen.

... kommen bei den Reparaturarbeiten sofort zum Einsatz.
Mit dem geeigneten Werkzeug lassen sich die komplizierteren Reparaturen viel besser durchführen!

Auch kleine Bälle können große Freude machen!

Ich möchte die Gelegen­heit wahr­nehmen, Ihnen, werte IH-Paten, für Ihre groß­zügige Unter­stützung zu danken, die Sie den Bedürftigen und Schulen der Region Chikombedzi in diesen schwierigen Zeiten zugute kommen lassen.

Mit herzlichem Dank,

Ihre

Ezelle Schimper
Leiterin des IH-Paten­schafts-und Schul­förderungs­projekts
in der Region Chikombedzi

Chic, die neuen Latzhosen! Da strahlen die Kleinen! Gerade bei unter­ernährten Kindern leisten Kinder­nährmittel wert­volle Hilfe!

Baby-Nährmittel gehören zu den absoluten Mangel­pro­dukten in Zimbabwe und sind dort kaum erhältlich!
Neue Kleidung für die Ärmsten: Die Freude darüber ist nicht zu übersehen!
Die im IH-Hilfs­projekt Lirhanzo betreuten AIDS-Waisen zeigen sich glück­lich über die Spiel­sachen.

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