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Nr. 02 Februar 2010
EDITORIAL
ZIMBABWE:
Trotz Krise den Schulbetrieb gewährleisten!
ZIMBABWE
GEORGIEN

ZIMBABWE

Weder im Irak, noch in Afghanistan gibt es den sogenannten „gerechten Krieg“!

Liebe IH-Freunde,

kein Krieg in den letzten 100 Jahren wurde mit einer so professionell vorbereiteten Strategie gezielter Lügen und moralisch verbrämten Rechtfertigungsargumenten inszeniert wie der Krieg der USA gegen den Irak. Wenn man sich heute in Erinnerung zurückruft, daß das Einsammeln von Massenvernichtungswaffen – deren Nichtvorhandensein der Staats- wie auch der Armeeführung gleichermaßen bekannt war – als Hauptargument herhalten mußte, so erscheint diese Manipulation Jahre danach wie ein skurriler Alptraum.

Dieser Heuchelei nicht genug: Präsident G.W. Bush wurde 8 Jahre seiner zwei Amtsperioden hindurch nicht müde zu verkünden, daß er dem Irak die „Demokratie einpflanzen“ wolle. Trotz jahrelangem Bombardement des gesamten Staatsgebietes des Irak vermochten die USA mit ihren Verbündeten nicht, das Terrain des Irak so weit umzupflügen, aufdaß die sensible Pflanze der Demokratie bis heute Wurzeln geschlagen hätte.

Über die Zahl der Opfer in der Zivilbevölkerung des Irak aktuelle Daten vorzulegen, gab es hingegen nie ein ernsthaftes Interesse seitens der kriegsführenden Allianz, denn darüber hing schon seit Kriegsbeginn ein Mantel des Schweigens. Dennoch ist bekannt geworden, daß mehr als 1 Million Einwohner des Irak in den Kriegswirren ums Leben kamen. Hinzu kommen Abertausende von Zivilisten, die in dem religiös motivierten Bürgerkrieg Opfer der zügellos auflodernden Gewalt wurden, die sich zwischen den feindlich gesinnten Sunniten und Schiiten entlud. Dieser „Krieg nach dem Krieg“ dauert seit der Niederlage Saddams bis heute fort und konnte von den alliierten Truppen nie unter Kontrolle gebracht werden, sodaß das sinnlose Töten seitens fanatisierter Selbstmörder fortdauert, ohne daß ein Ende absehbar wäre.

Nicht nur der damalige Außenminister, Dominique de Villepin, der französischen Regierung unter Präsident Chirac, sowie zahlreiche namhafte Nahost-Experten hatten die USA eindringlich vor dem Kriegsabenteuer im Irak gewarnt, doch Bush wähnte sich unverwundbar und setzte auf die militärische Stärke der USA.

Sein Versprechen, den Nahen Osten zu befrieden, erwies sich bald als eine gefährliche Illusion, zumal die radikalen islamistischen Kräfte der feindlichen Brüder, der Sunniten und Schiiten – die Saddam mit eiserner Hand unter seiner Fuchtel gehalten hatte – den im Lande verbliebenen Alliierten, außer Kontrolle gerieten. Die USA mußten schmerzhaft erfahren, daß ein neuer Gefahrenherd im Irak entstanden ist, zumal die nationale Schwäche des Irak den Einfluß des Iran enorm gestärkt hat, was die gesamte Region zum Pulverfaß werden ließ. Das von Bush erklärte Kriegsziel wurde verfehlt, denn die USA hat nur einen Pyrrhussieg errungen…

Das zuvor bestehende, von Saddam Hussein mit Gewalt hergestellte Gleichgewicht der drei wichtigsten Gruppierungen des Landes kam durch den von der USA gegen den Irak leichtfertig entfachten Krieg außer Balance und wird aufgrund der instabilen politischen Lage der Region auch in den nächsten Jahren kaum zur Ruhe kommen.

In diesem Zusammenhang darf nicht vergessen werden, daß erst durch die exzessiv überbordenden Waffenlieferungen – vornehmlich aus den USA – Saddam’s Armee zur viertgrößten der Welt aufgestiegen war. Als der 10-jährige Krieg des Irak gegen den Iran tobte, verdienten dieselben Waffenhändler glänzend. Sie wurden damit zu den wahren Gewinnern, sowohl des Iran-Irak-Krieges, wie auch G.W. Bush’s Irak-Krieg, bei dem letzterer wiederum – zu Lasten der US-Bürger – den Interessen der Waffenindustrie und der Öl-Multis huldigte.

Auch mit seinem Afghanistan-Abenteuer, das er damit zu rechtfertigen trachtete, daß er vorgab, er müsse die Schuldigen des Terroraktes vom 11. September 2001 „bestrafen“, diente er in Wirklichkeit demselben, soeben erwähnten Interessenverbund! Bush, dem auch geographische Orientierungsschwierigkeiten nachgesagt werden, war es offenbar entgangen, daß das Herkunftsland derer, die Flugzeuge in die World-Trade-Towers gelenkt hatten, nicht Afghanistan war, sondern die Piloten aus Saudi-Arabien stammten.

Wie schon den Irak-Krieg, so vermeinte Bush, den Militäreinsatz der USA in Afghanistan ebenfalls damit begründen zu müssen, es ginge ihm darum, auch diesem Land die Segnungen der Demokratie nahezubringen. Bush’s Kriegszüge im Irak und in Afghanistan haben der USA die größte Staatsverschuldung ihrer Geschichte beschert. Daß diese exorbitante Staats-Verschuldung der USA die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise angeheizt hat, kann nur von Ignoranten geleugnet werden.

Die Kosten beider Angriffskriege schlagen sich nicht nur im Budget der USA nieder, sondern auch im Staatshaushalt der den USA unterwürfig nach Afghanistan folgenden NATO-Verbündeten aus Europa. Das „Wall-Street-Journal“ weiß im Hinblick auf die Londoner Afghanistan-Konferenz zu berichten, „der neue NATO-Koordinator solle die westlichen Hilfsgelder, notfalls unter Umgehung korrupter afghanischer Behörden direkt in die Provinzen kanalisieren.“

Woher der neue NATO-Beauftragte wissen will, wer in Afghanistan korrupt ist und wer nicht, verrät die Zeitung nicht. Die EU, die glaubt, Probleme mittels ihrer üblich teuren Überbürokratisierung lösen zu können, beabsichtigt, in der in Kürze bevorstehenden Afghanistan-Konferenz in London ihrerseits einen neuen Afghanistan-Beauftragten zu ernennen – bislang hatten sie deren drei…

Die USA tun sich schwer mit Afghanistan, das in der Rangfolge der gescheiterten Staaten der Welt mit ganz oben steht. Über die Wirtschaftsentwicklung und -leistung gibt es keine zuverlässigen Daten. Bekannt ist jedoch, daß das Land eine führende Stellung in der Weltproduktion von Opium einnimmt; 90 % der Weltproduktion kommen aus dem Hindukusch, also dorther, wo eigentlich „die Demokratie der BRD verteidigt“ werden soll…

Über 80% der Deutschen lehnen eine Beteiligung der BRD im Afghanistan-Krieg ab, weil es auch dort – ebenso wenig wie im Irak – den sog. „gerechten Krieg“ gibt. Wenn wir Deutschen nach zwei verheerenden Weltkriegen immer noch nicht wüßten, daß Krieg kein Mittel zum Durchsetzen politischer Ziele sein kann, dann hätten wir tatsächlich aus der Geschichte nichts gelernt.

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender Internationaler Hilfsfonds e.V.

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IH-Projektleiterin Ezelle Schimper berichtet aus der Region Chikombedzi, Zimbabwe:
Die Förderung des Schulunterrichts bleibt auch künftig unsere Priorität!
Auch in der Pfumari-Schule sind Ballspiele sehr beliebt. Der IH ist bestrebt, den Sportunterricht an den Schulen mit Sportgeräten, Bällen und Sportkleidung zu fördern.
Wie beschwerlich sich der Weg aus der Krise für die Bevölkerung Zimbabwes ausnimmt, ist in letzter Zeit häufiger in Presse und TV erörtert worden. Bei diesen Betrachtungen stehen neben politischen Themen vor allem die Engpässe der Versorgung mit Konsumgütern des täglichen Bedarfs im Mittelpunkt, die für die Bevölkerung Anlaß zur Besorgnis gibt. Die internationale Finanzund Wirtschaftskrise hat die ohnehin schon prekäre Lage des Landes weiter verschärft, sodaß die Linderung der Not vor allem in den entlegenen Gebieten im Süden Zimbabwes weiter auf sich warten läßt. Der IH konzentriert sich deshalb auf Hilfsgütersendungen, um bestehende Versorgungslücken zu schließen. Wir bringen hierzu Auszüge aus dem jüngsten Bericht der IH-Projektleiterin Ezelle Schimper, in dem auch ein Schulleiter aus Chikombedzi zu Wort kommen soll.

DIE REGION CHIKOMBEDZI IST AUF HILFE AUS DEUTSCHLAND ANGEWIESEN!
Das IH-Patenschaftsprojekt ist in seiner Ausrichtung darauf angelegt, Kindern aus sozial schwachen Familien, insbesondere auch in abgelegenen Dörfern, einen regelmäßigen Schulbesuch zu ermöglichen. Daß der Schulbetrieb in der Region Chikombedzi trotz der nun schon länger währenden Wirtschaftskrise fortgeführt werden konnte, verdanken wir vor allem den treuen Paten des Internationalen Hilfsfonds. Denn dies war nur dank der Zuwendungen aus Deutschland möglich! Wir wissen aus anderen Regionen unseres Landes, die ohne Hilfe aus dem Ausland auskommen müssen, daß das keine Selbstverständlichkeit ist.

DIE SCHULLEITER ENTRICHTEN IHREN DANK.
Die Schulleiter unserer Region, deren Schulen im Rahmen des IH-Patenschaftsprojekts gefördert werden zeigen sich sehr dankbar und gerührt über so viel Anteilnahme, die ihren Schulkindern aus Deutschland zuteil wird. Der Rektor der Chikombedzi-Schule wendet sich wie folgt an den Internationalen Hilfsfonds:

Sehr geehrte Damen und Herren, 
Seit Februar des Jahres 2009 hat sich die Anzahl der Schüler bei den Knaben auf 372 und den Mädchen auf 390 erhöht, sodaß wir nunmehr 762 Schülern Unterricht erteilen können. Da von ihnen jedoch nur 324 vom IH unterstützt werden, wäre es wünschenswert, wenn sich noch mehr großzügige Paten in Deutschland finden ließen, um diese wertvolle Art der Hilfe noch stärker zur Wirkung kommen zu lassen.

Der Lehrkörper umfaßt nach dem plötzlichen Dahinscheiden unseres verdienten Kollegen, Herrn Moyo, gegenwärtig 21 Lehrkräfte.

PRAKTISCH UND HILFREICH: SCHUL- UND LEHRMITTEL!

Unsere Schule kam auch im Jahre 2009 in den Genuß von Schul- und Lehrmitteln des IH, dessen Hilfsgüterpalette von Schulheften und Übungsbüchern, Schreibgerät und Kreide, bis hin zu Schulmobiliar und Wandtafeln reicht. Aber auch Gartengeräte fehlten nicht, welche für die Arbeit in den Schulgärten eine große Erleichterung bedeuten.

Zu unserer großen Überraschung erhielt eine Schülerin namens Tawanda Rangarirai sogar ein Mountain-Bike. Die Lehrer freuten sich, wie ebenfalls auch die Schulkinder über die an sie verteilte Kleidung.

Wir sind dem IH aber auch für die medizinischen Untersuchungen, die regelmäßig im Krankenhaus Chikombedzi Lehrern und Schülern gleichermaßen zugute kommen, zu Dank verpflichtet.


Die Hilfsgüter des IH tragen dazu bei, den Schulbetrieb in der Region Chikombedzi aufrecht zu erhalten.
Die Ausstattung der Schulen kann durch Hilfsgütersendungen aus Deutschland merklich verbessert werden, wie die Wandtafel, Bänke und Tische, sowie die Bestuhlung auf diesem Photo erkennen lassen.

SPORTFÖRDERUNG
Durch die IH-Förderung war es unseren Schülern vergönnt, an Schulwettbewerben teilzunehmen, die sich bei allen Kindern größter Beliebtheit erfreuen. Dazu gehörte auch ein Wettbewerb, bei dem die Malaria-Vorsorge im Mittelpunkt stand und bei dem unsere Schule die Sieger stellte.

Wir wären dem IH dankbar, wenn wir im Neuen Jahr Unterstützung für Fahrten zu Sportwettbewerben erhalten könnten, um auf diese Weise noch mehr Schülern die Teilnahme an diesen attraktiven Veranstaltungen zu ermöglichen.

SCHULPROJEKTE
Unsere Schule unterhält folgende Übungsprojekte:
• Hauswirtschaft
• Computer
• Tierhaltung
• Gartenbau

Diese Schulbuben haben Schampoo erhalten und probieren es im nahen Gewässer gleich mal aus!

Die Schüler der Pfumari-Schule beteiligen sich interessiert am Biologie-Unterricht, der durch die praktische Arbeit in den Schulgärten eine nützliche Variante erhält. Der IH hilft mit Gartengerät, sowie mit Gießkannen, Wassertanks, etc.
Es ist mir ein besonderes Anliegen, dem Internationalen Hilfsfonds für die Ausstattung dieser Projekte zu danken, angefangen bei den für die praktische Durchführung nötigen Utensilien, inklusive Fotokopierern, Computer, Kühlboxen, bis hin zu den Rindern für das „Projekt Tierhaltung“. Unsere Schule wäre daran interessiert, noch ein Projekt für die Aufzucht von Hühnern zu initiieren, um damit die Selbstversorgung der Lehrer und Schüler mit Hühnerfleisch zu verbessern. Wir wären den Paten des IH sehr dankbar, wenn auch dieses Projekt mit ihrer Unterstützung realisiert werden könnte.

Lassen Sie mich abschließend meinen besonderen Dank gegenüber dem IH und seinen Paten zum Ausdruck bringen. Dem IH und seinen Spendern verdanken wir es, daß das Unterrichtsniveau an unserer Schule gehoben werden konnte, was auf die effiziente Hilfe zurückzuführen ist, die der IH uns aus Deutschland angedeihen ließ.

In diesen Dank schließe ich insbesondere auch die IH-Projektleiterin, Frau Schimper, und ihre Assistentin, Frau Mutero ein, deren unermüdliche Anstrengungen großes Lob verdienen.

Für die Ausführung des Textes zeichnet verantwortlich:

p.p. J. Ndawi
Rektor der Chikombedzi-Schule

MÄRZ-AUSGABE IH-NACHRICHTEN:
In der nächsten Ausgabe der IH-Nachrichten im März 2010 wollen wir die Rektoren weiterer Schulen aus der Region Chikombedzi ihre Meinung über die Projekt-Arbeit des IH im Jahre 2009 veröffentlichen. Wir halten es für belangreich, werte IH-Gönner, Ihnen aufzuzeigen, wie die Schulleiter unserer Region die ihren Schulen zukommende Hilfe des IH einschätzen. Denn niemand kann die Effizienz der Hilfeleistung besser beurteilen als die Hilfsempfänger selbst! Außerdem tragen Stellungnahmen von kompetenter Seite zur besseren Transparenz bei.

Im Namen der Bedürftigen und Notleidenden, die Dank der Großzügigkeit der IHPaten im Jahr 2009 an der Fürsorge des IHPatenschaftsprogramms teilhaben konnten, möchte ich Ihnen allen, liebe IH-Gönner, herzlich danken.

Ihre

Ezelle Schimper
Leiterin des IH-Patenschafts-und Schulförderungsprojekts
in der Region
Chikombedzi


Pinsel und Malfarben sind für den Kunst- und Zeichenunterricht unerläßlich; in Zimbabwe jedoch absolute Mangelware. Von den schönen Puppen aus Deutschland, die sie ihr Leid vorerst vergessen lassen, sind diese Waisenkinder ganz hingerissen.
Die im IH-Hilfsprojekt Lirhanzo betreuten AIDS-Waisen zeigen sich glücklich über die Spielsachen.
Baby-Nährmittel gehören zu den Mangelartikeln in Zimbabwe, sind jedoch für Mütter, die ihre Babies nicht stillen können, von unschätzbarem Wert. Die Mädchen der Makambe-Schule zeigen sich beim Volleyball-Spiel sehr engagiert.
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IH-Mitarbeiter Prof. Dr. Nodar Nadirashvili berichtet aus Georgien:
Die Alten, die Flüchtlinge und Kranken sind der Verarmung ausgeliefert!

Eine Bewohnerin des Bezirks Bagong Silangan, deren Haus vom Hochwasser zerstört ist, beim Wasserholen.
Obwohl Georgien, als das privilegierte Hätschelkind unter den Nachfolgestaaten der UdSSR, aus dem Budget der EU mit Finanzhilfen in Milliardenhöhe gefördert wird, kommt davon ausgerechnet bei den Ärmsten der Armen nichts an! Wenn jedoch die Notleidenden und Benachteiligten immer tiefer in die Armut gedrückt werden, so muß diese Politik der Ausgrenzung derer, die sich selbst nicht helfen können, nur als menschenverachtend empfunden werden! Die an den Rand der Gesellschaft geschobenen Alten, Kranken, Flüchtlinge und Behinderte sollten eigentlich die wichtigsten Zielgruppen für eine human ausgerichtete Sozialfürsorge eines jeden Staates sein, der sich als „demokratisch“ definiert… Stattdessen mißachtet die Regierung Georgiens die Gebote des Rechtsstaates, auf deren Obhut die Notleidenden angewiesen sind. Hier Auszüge aus dem jüngsten Bericht des IH-Mitarbeiters Professor Nadirashvili. 

DIE TRAURIGE ENTWICKLUNG KHAISHIS
Wie schlimm es um die Alten und Notleidenden in Georgien bestellt ist, wird besonders in den ländlichen Gebieten des Landes deutlich. Ein signifikantes Beispiel hierzu bietet die Region Swanetija, die zu Sowjetzeiten die Aufmerksamkeit des Ostblocks auf sich lenkte, als ein riesiger Staudamm, der der Gewinnung von Elektrizität dienen sollte, in der Nähe von Khaishi errichtet wurde. Parallel zur Errichtung des Staudammes wurde eine Siedlung für die dort tätigen Arbeiter aus dem Boden gestampft. Dadurch wuchs das Dorf Khaishi auf über 3.000 Einwohner an. Seit Fertigstellung des Staudamms blieben die noch im Bau befindlichen Mietshäuser unvollendet und ungenutzt in der Landschaft stehen.

Da sich keine Industrie ansiedelte, verarmte die Kleinstadt zusehends. Weil viele Familien die Stadt verließen, wurde die Anzahl der Schüler deutlich dezimiert, sodaß der Schulbetrieb nur mit Mühe aufrechterhalten werden kann. Kommune und Stadtverwaltung leiden unter der permanenten Geldnot, die seit der Unabhängigkeit Georgiens vorherrscht.

DER STAAT IGNORIERT DIE NOT DER ALT EN!
Als charakteristisches Beispiel für die beklagenswerte Ausgrenzung der Alten in dieser Region stellt sich das Schicksal der 72jährigen Elena dar, die mit Ihren beiden Enkelkindern von 14 und 15 Jahren von 85 Lari (34 Euro) pro Monat auskommen muß. Von der beschämend niedrigen Rente können 3 Personen mit dem besten Willen nicht überleben.

Die Witwe Merija Pridonashvili ist 72 Jahre alt. Ihr Mann arbeitete am Staudamm, verstarb jedoch inzwischen. Zwei Ihrer Kinder arbeiten in Rußland, hat jedoch seit langem keine Nachricht von ihnen erhalten. Merija ist fast erblindet und erhält 85 Lari Rente pro Monat. Davon fallen allein für die Medikamente 80 Lari an. Ein Kredit, den ihr eine Bank für die Dach-Erneuerung ihres Hauses aufgeschwatzt hatte, konnte sie nur teilweise zurückzahlen, sodaß die Bank das bereits erneuerte Dach wieder abmontieren lassen wollte…

ALTE, FLÜCHTLINGE UND BEHINDERTE…
…sind auf die Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Angesichts der zunehmenden Verarmung der ohnehin schon seit Jahren Notleidenden in Georgien sind die Hilfsgütersendungen des IH insbesondere für die vom eigenen Staat Vernachlässigten der einzige Hoffnungsschimmer. Deshalb ist die Hilfe aus Deutschland so wertvoll. Sie gibt mir Anlaß, verehrte IH-Gönner, Ihnen für Ihre Solidarität mit den Armen und Bedrängten unseres leidgeprüften Landes meinen herzlichen Dank zu übermitteln.

Mit den besten Wünschen,

Ihr

Prof. Dr. Nodar Nadirashvili
IH-Repräsentant in Georgien

Dieser Damm wurde zu Sowjetzeiten in Verbindung mit der Kleinstadt Khaishi errichtet, wo die Arbeiter der Großbaustelle wohnten. Unser Photo zeigt die inzwischen leerstehenden Mietshäuser Khaishis.



Das Ehepaar Paleani, das der ethnischen Minderheit der Swanen angehört, wurde 1994 im Bürgerkrieg zwischen Georgien und Abchasien vertrieben und wohnt seitdem in Zedaetevi, das in der Region Zugdidi liegt.
Elena beim Verlassen ihres Häuschens.
Ein Blick ins Innere ihres Hauses, in dem Elena und Ihre 2 Enkel mit 34 Euro Monatsrente auskommen müssen.

Die 72jährige Elena lebt mit ihren 2 Enkelkindern von 14 und 15 Jahren in erbärmlichen Wohnverhältnissen.

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