INHALT
Nr. 11 November 2009
EDITORIAL
PHILIPPINEN:
Überschwemmungen verschärfen die Notlage der Ärmsten!
GEORGIEN
PHILIPPINEN


Der Ausverkauf von Agrarland untergräbt die Ernährungssouveränität Afrikas!

Liebe IH-Freunde,

schon zum Ende des 20. Jahrhunderts, im Jahre 1999, waren 105 der 148 Entwicklungsländer gezwungen, Nahrungsmittel zu importieren. Die Ärmsten der Bevölkerung dieser Staaten mußten bis zu 80 % ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufbringen.

Die Zwangslage der Ärmsten hat sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts nicht zum Besseren verändert. Die allzu früh zum Wundermittel erkorene Globalisierung, mit der, allen voran, die Regierungen der EU-Staaten, der USA und Japans, sowie der von ihnen gesteuerten internationalen Organisationen, wie der Europäischen Kommission, dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Welthandelsorganisation einen gerechteren Ausgleich zwischen arm und reich herbeizuführen hofften, entpuppte sich für die Ärmsten der Armen als eine herbe Enttäuschung. Es hat sich als fatale Illusion erwiesen, die Kräfte des Marktes würden dieses bestehende Ungleichgewicht, sozusagen automatisch, zugunsten der stets benachteiligten Entwicklungsländer korrigieren.

Eine gewisse Orientierungshilfe in diesem undurchsichtigen Gestrüpp des Interessenklüngels der Reichen weist die simple Frage: Wer sind die Profiteure dieser Politik, die von den mächtigsten Industriestaaten vorgegeben wird? Sicherlich nicht die Ärmsten, die Entwicklungsländer!

In den sogenannten „entwickelten“ Ländern der G 8 arbeiten nur noch 3 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft; die Mehrheit der am Arbeitsprozeß Teilhabenden arbeitet in den Sektoren Industrie, Dienstleistungen, etc. Hingegen ist in den meisten Ländern Afrikas, aber auch in China und Indien, über die Hälfte der Bevölkerung mit der Produktion von Nahrungsmitteln beschäftigt. Daß schon allein aus diesem Grunde ganz andere Prioritäten im Agrarsektor zum Tragen kommen müssen, als in den reicheren Industriestaaten, liegt auf der Hand.

Die von den G 8-Staaten und der Weltbank vorgegebene Exportorientierung der Agrarwirtschaft, die vornehmlich multinationalen „Global-Spielern“ (global players) zugute kommt, gerät wiederum zu einer krassen Benachteiligung der Kleinbauern in den Entwicklungsländern, die vor allem im Afrika unter dem massiven Import billiger Lebensmittel leiden: Da die Import-Nahrungsmittel in ihrem Preisniveau unter den lokalen Produktionskosten liegen, können die im Lande produzierten Nahrungsmittel erst gar nicht zum Verkauf angeboten werden.

Die Verhinderung des Verkaufs einheimischer Produkte führt einerseits zur systematischen Zerstörung der Erwerbsgrundlage vieler Menschen, aber darüberhinaus zur Auslöschung traditioneller Eßgewohnheiten und der angestammten Eßkultur. Die Privatisierung von Agrarflächen, Saatgut und Wasser tut ein Übriges und zeitigt verheerende Folgen: Denn multinationale, global agierende Konzerne erwerben sowohl das Land, wie auch die Wasser- Ressourcen und privatisieren das Saatgut; sie verwandeln damit letzteres in profitausgerichtetes Handelsgut, was in Afrika seit Menschengedenken allein der Bevölkerung und der Gesellschaft zueigen war.

Ein ebenso anschauliches, wie alarmierendes Beispiel bietet Madagaskar, wo 2008, im Jahre der Welternährungskrise, ein korrupter Präsident dem südkoreanischen Multi Daewoo 1,3 Millionen Hektar Landes – mehr als 50 % des verfügbaren fruchtbaren Bodens – für 99 Jahre verpachtete.

In Madagaskar hängen über 600 000 Menschen von der internationalen Nahrungsmittelhilfe ab; über 35 % der Bevölkerung Madagaskars ist unterernährt! Angesichts dieser Problemsituation des Landes muß ein solch skrupelloses Geschäft höchst bedenklich erscheinen, zumal die von Daewoo geplante Agrarproduktion von vorneherein exportorientiert angelegt ist; also der heimischen Bevölkerung nicht zugute kommt!

Ein weiteres Negativ-Beispiel in Afrika bietet Mali, das zu einem bedeutenden Importeur von Reis geworden ist, obwohl Mali noch bis vor kurzem zu den Reis- Exportländern gehörte… Auch hier muß die Korruption Pate gestanden haben, als die Regierung Malis riesige Flächen Agrarlandes lybischen und chinesischen Firmen zur Bewirtschaftung überließ. Da auch deren Produktion für den Export bestimmt ist, kann sich jedermann ausmalen, wie den armen Bauern zumute sein muß, wenn sie von ihrem Land vertrieben und zu billigen Tagelöhnern ausländischer Firmen erniedrigt werden.

Die hierbei zum Einsatz kommende Agrartechnologie – wiederum auf einen schnellenund hohen Exportertrag abzielend – bringt teures, genmanipuliertes Saatgut zur Anpflanzung, das einen viel höheren Bewässerungsbedarf hat als die heimischen Saaten. In Verbindung mit den von Multis, wie Monsanto, vermarkteten Saaten kommen stets Pestizide zum Einsatz, die die Böden auslaugen, das Grundwasser vergiften und so das Ökosystem nachhaltig schädigen, wodurch den Einheimischen die künftige Lebensgrundlage zerstört wird.

Diese Problematik ist bereits in vielen afrikanischen Staaten zur bedauerlichen Realität geworden, da gewisse Regierungen vermeinen, mit der Landvergabe an ausländische Investoren ihrer chronischen Finanzknappheit zu entrinnen. Wenn sie dabei aber ihre Ernährungssouveränität aufgeben, spielen sie rücksichtslosen, profitgierigen Kartellen in die Hände und begeben sich in eine gefährliche Abhängigkeit, aus der es auf längere Zeit kein Entrinnen gibt.

Gerade in Afrika muß die Ernährungssouveränität als absolute Priorität gelten, zumal in den Staaten dieses Kontinents die überwiegende Bevölkerungsmehrheit in der Landwirtschaft ihr Einkommen hat und dort auch auf absehbare Zeit ihr Auskommen sucht. Deshalb sollten die Staaten Afrikas, zusammen mit allen anderen Staaten der Erde, das Recht auf gesunde, traditionelle Ernährung in ihrer Konstitution verankern. Ernährungssouveränität schließt natürlich auch das Recht der Bevölkerung mit ein, über ihre Ernährung und die Strukturierung ihrer Landwirtschaft selbst zu bestimmen.

Nicht die Interessen der Märkte und der global orientierten, auf exzessiven Profit setzenden Multinationalen stehen dabei im Vordergrund, sondern ein intaktes Ökosystem, das im Interesse der nachfolgenden Generationen des Schutzes bedarf. Allein die Belange der eigenen Bevölkerung eines jeden Staates sollten dabei als Maßstab dienen, welche Lebensmittel erzeugt, verteilt und konsumiert werden.

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender Internationaler Hilfsfonds e.V.

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IH-Mitarbeiter Prof. Dr. Nodar Nadirashvili berichtet aus Georgien:
Die Ossetien- und Abchasien-Flüchtlinge erhöhen die Zahl der Hilfsbedürftigen im Lande!
Während uneinsichtige Politiker Georgiens immer noch über die Kriegschuldfrage im Zusammenhang mit dem Südossetien-Konflikt streiten, obwohl darüber längst Klarheit besteht, steuert Georgien bereits auf den nächsten Problem-Winter zu, der für viele Notleidende ohne Hilfe aus dem Ausland kaum zu meistern sein dürfte: Zu groß ist die Zahl derer, die total unterversogt sind; und viel zu unzulänglich und zu primitiv sind die Wohnverhältnisse, um ein Überleben der sozial Schwachen während der Wintermonate zu gewährleisten. Es fehlt den Ärmsten nicht nur am Geld, sondern es fehlt ihnen an winterfesten Wohnungen, an Strom, Gas und Heizung!

Eine der für Batumi typischen Unterkünfte für Kriegs­flüchtlinge aus Ossetien.

FLÜCHTLINGE ALS OPFER EINER FATALEN KRIEGSPOLITIK!
Vor allem der Südossetien-Konflikt, aber zusätzlich auch die Auseinandersetzungen Georgiens mit Abchasien, haben Tausende von Georgiern gezwungen, ihre angestammte Heimat zu verlassen. Sehr traurig ist dabei die Tatsache, daß auf absehbare Zeit kaum eine Chance besteht, diese Kriegsflüchtlinge in ihre Heimat zurückzuführen. Sie sind die unschuldigen Opfer einer ambitiösen Politik des georgischen Präsidenten Saakaschwili geworden, der in Fehleinschätzung der politischen Lage im Kaukasus vermeinte, mit Provokationen und Militärgewalt erreichen zu können, was sein Amtsvorgänger Schewardnadze nicht vermochte; nämlich die Wiedereingliederung Südossetiens und Abchasiens in das Staatsgebiet Georgiens. Militärische Gewalt als Durchsetzung politischer Ziele, wie sie Kriegspräsident G.W.Bush seitens der USA praktiziert hat, endete für Georgien im Desaster: Tausende unschuldiger Georgier wurden aus ihren Häusern und Gemeinden vertrieben und bilden nun das letzte Glied in einer jedes Während uneinsichtige Politiker Georgiens immer noch über die Kriegschuldfrage im Zusammenhang mit dem Südossetien-Konflikt streiten, obwohl darüber längst Klarheit besteht, steuert Georgien bereits auf den nächsten Problem-Winter zu, der für viele Notleidende ohne Hilfe aus dem Ausland kaum zu meistern sein dürfte: Zu groß ist die Zahl derer, die total unterversogt sind; und viel zu unzulänglich und zu primitiv sind die Wohnverhältnisse, um ein Überleben der sozial Schwachen während der Wintermonate zu gewährleisten. Es fehlt den Ärmsten nicht nur am Geld, sondern es fehlt ihnen an winterfesten Wohnungen, an Strom, Gas und Heizung! Jahr länger werdenden Kette sozial Benachteiligter in Georgien, wo sie skandalös unterversorgt bleiben.

PROBLEMATISCHE INTEGRATION DER FLÜCHTLINGE
Die hohe Arbeitslosigkeit erschwert die Integration der Kriegsflüchtlinge aus Südossetien und Abchasien. Viele Flüchtlinge, die schon in den 90iger Jahren aufgrund des Bürgerkriegs zwischen Georgien und Abchasien vertrieben worden waren, konnten selbst bis heute nicht zufriedenstellend eingegliedert werden. Als Hauptursache hierfür wurde stets die kränkelnde Wirtschaftslage Georgiens bezeichnet.

Der 80jährige Konstantin lebt mit seiner 78jährigen
Frau in einer Wohnung im Zentrum der Hafenstadt
Batumi.

Wenn nun Tausende weiterer Flüchtlinge als Folge des letztjährigen Kriegsganges Georgiens mit Rußland ihre Integration in Georgien suchen, so sind heute deren Aussichten nicht besser als die der Bürgerkriegs-Flüchtlinge zuvor. Hinzu kommt, daß diese bedauernswerten Opfer des Kriegsgeschehens nicht selten eine menschenverachtende Behandlung durch die Staatsbehörden erfahren. Sie empfinden sich als eine Art „soziales Treibgut“, das ausgegrenzt am Rande der Gesellschaft zum Dahinvegetieren verdammt ist. Man steckt diese Menschen in total verkommene Altbauten, wie z.B. leerstehende Verwaltungsgebäude, denen die notwendigen Installationen, wie Küchen, Toiletten, Bäder, Waschgelegenheiten, etc. fehlen. Da diese Gebäude zumeist im Zentrum der Städte gelegen sind, fehlen den Menschen Landflächen, auf denen sie Gartenbau betreiben könnten. Und deshalb haben die Flüchtlinge keine Möglichkeit, zu ihrer Eigenversorgung durch den Anbau von Gemüse und Früchten beizutragen, um zumindest auf diese Weise der größten Not zu entrinnen.
Roland Rukhadze assistiert dem Repräsentanten des IH in Georgien, Prof. Nadirashvili, beim Verteilen der Hilfsgüter an Bedürftige. Unser Photo zeigt ihn bei der Übergabe von Milchpulver an Lela.




Der 69jährige Saur Suchbaya, der 1995 als Bürgerkriegs-Flüchtling aus Abchasien nach Batumi kam, erhält monatlich nur eine karge Invaliden- und Flüchtlingsrente von umgerechnet 40 Euro; Altersrente erhält er dagegen nicht!

Roland beim Verteilen von Hilfsgütern, wie hier z.B. an die 28jährige Vera, die arbeitslos ist, drei Kinder hat und in Batumi wohnt.

Vera mit zweien ihrer Kinder.

Als Lela das Waisenkind Ketevan adoptierte, wußte sie von dessen Behinderung noch nichts. Trotzdem sorgt sie seit 20 Jahren nach wie vor aufopferungsvoll für das Mädchen und war für den Rollstuhl des IH sehr dankbar.

VIELE MENSCHEN SIND AUF DIE HILFE AUS DEM AUSLAND ANGEWIESEN!
Leider bilden die Kriegsflüchtlinge in Georgien nur einen Teil der sozial Benachteiligten: Die meisten der sozial Schwachen besteht aus den chronisch unterversorgten Rentnern, die mit 10 Euro Rente pro Monat abgespeist werden. Genauso schlimm ergeht es Behinderten und Kranken, deren Unterstützung ähnlich skandalös gehandhabt wird. Aus diesem Grunde vermögen Tausende und Abertausende Alte und sozial Benachteiligte nicht, ohne fremde Hilfe zu überleben. Sie sind auf die Unterstützung aus dem Ausland angewiesen.

Deshalb ist die Versorgung der Waisenhäuser, der Krankenhäuser, sowie der sozial Schwachen und Vergessenen, mit Hilfsgütern aus Deutschland so wichtig, wie sie erfreulicherweise vom IH in Georgien vorgenommen wird. Vor allem die körperlich und geistig Behinderten, wie all die anderen Benachteiligten sind Ihnen, werte IH-Spender, sehr dankbar für Ihre liebevolle Anteilnahme und Hilfe.

In großer Dankbarkeit,

Ihr

Prof. Dr. Nodar Nadirashvili
Repräsentant des Internationalen
Hilfsfonds e.V. in Georgien
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IH-Projektleiterin Letitia L. Magaan berichtet aus den Philippinen:
Der Taifun „Ketsana“ richtet immense Schäden in Manila an!

Vieles deutet darauf hin, daß mit der globalen Erwärmung auch die Gefahr des Entstehens tropischer Wirbelstürme rund um den Erdball zusehends anwächst. Einhergehend mit größeren Windstärken werden auch die Niederschlagsmengen bedrohlich zunehmen. Diese Erkenntnisse kommen keineswegs überraschend, sondern zeichnen sich schon seit über 5 Jahren ab, als im Jahre 2004 die Küsten Floridas von 4 Hurrikanen heimgesucht wurden. Japan erlebte im selben Jahr 10 Taifune, 4 mehr als je zuvor. Das Jahr 2005 stellte alles in den Schatten, was die Welt je erlebt hatte und die Hurrikane „Katharina“ und „Rita“ fegten in bislang nicht gekannter Zerstörungskraft über Florida. Das Land, das eine unerfreuliche Spitzenposition mit im Jahresdurchschnitt 19 Taifunen einnimmt, liegt in Asien: Es sind die Philippinen.
Eine Bewohnerin des Bezirks Bagong Silangan, deren Haus vom Hochwasser zerstört ist, beim Wasserholen.

AM TAG, ALS DER TAIFUN KETSANA KAM…
Der 26. September 2009 wird in die Annalen der Geschichte Manilas eingehen als ein Tag der Zerstörung. Aber nicht nur das Zentrum Manilas, der Hauptstadt des Landes, war betroffen, sondern auch die nahegelegenen Provinzen im Zentrum und im Süden der Insel Luzon. Der Taifun bescherte dem Zentrum Manilas den höchsten Niederschlag seiner Geschichte und übertraf die 1987 gemessene Höchstgrenze eines 24-Stunden-Regenfalls von 334 mm schon nach den ersten 6 Stunden, als bereits 341 mm an Niederschlag gemessen wurden.

In der Zeitspanne von 24 Stunden, die für Manila als Bemessungsgrundlage herangezogen wurde, war diese Regenmenge gleichsetzbar mit der Niederschlagsmenge, wie sie ansonsten nur in einem Monat erreicht wird. Aus diesem Vergleich kann man ersehen, wie intensiv das Ausmaß und die Heftigkeit des Niederschlags gewesen sein muß und die verheerendste Flut kennzeichnet, die je über Manila hinweggefegt ist.

DIE ANZAHL DER OPFER IST ERSCHRECKEND
Die Zahl der Opfer wurde offiziell mit 339 angegeben, 295 Tote, 5 Verletzte und 39 Vermißte. Die vom Taifun „Ketsana“ verursachten Schäden gehen in die Milliarden, zumal schwerste Schäden nicht allein der Landwirtschaft zugefügt wurden, sondern auch die Infrastruktur stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Während der Taifun nach 3-4 Tagen abebbte und sich dann verabschiedete, erfaßte ein weiterer Taifun namens „Parma“ die Philippinen und wütete über dem Norden des Landes: Der Taifun „Parma“ kostete 375 Menschen das Leben.




Von den Auswirkungen des Taifuns Ketsana im Bereich Bagong Silangan Betroffene bei ihren verzweifelten Versuchen, noch einige Habseligkeiten aus ihren Behausungen zu retten.
Das Hochwasser hat Chaos und Zerstörung hinterlassen. Ein Anwohner freut sich, daß eine seiner Enten die Katastrophe überlebt hat.


Auch diese Slum-Bewohner Manilas kämpfen gegen die zerstörerischen Wasserfluten, um zu retten, was noch zu retten ist.
Im Stadtbezirk Montalban sind Anwohner dabei, die Überbleibsel ihrer ärmlichen Habe zu sichten. Viel ist es nicht, was noch zu retten war…


Anwohner des Stadtbezirks Montalban bei ihrem unermüdlichen Einsatz, die Schlamm-Massen zu beseitigen.

Eine Überlebende des Bezirks Bagong Silangan beim Zusammensuchen von Kleidungsstücken, die vom Taifun verschont geblieben sind.

WAREN IH-PATENKINDER UND IHRE FAMILIEN VON DEN AUSWIRKUNGEN DES TAIFUNS „KETSANA“ BETROFFEN?
Im Bezirk Montalban leben insgesamt 277 Patenkinder, die über den IH Unterstützung erfahren.

Haligi NG Bata hat seine Sozialarbeiter nach Montalban gesandt und sie um genaue Auskünfte gebeten. Erfreulicherweise wurde festgestellt, daß die in Montalban wohnenden IHPatenkinder und ihre Familien wohlauf sind und von den Auswirkungen des Taifuns „Ketsana“ kaum betroffen waren, da die Flut in ihren Wohngebieten glimpflich verlaufen ist.

Im Bezirk Maligaya leben insgesamt 141 Patenkinder und 136 Familien, die vom IH unterstützt werden. Der Bezirk Manila-Maligaya besteht aus vier Stadtteilen: Parkland, Petchayan, Pirong Bahay und Maigarita Hill. Sie grenzen an Quezon City und Caloocan City an und sind von einer Bai eingefaßt.

Nach Auskünften der HBI-Sozialarbeiter haben nur wenige der IH-Patenkinder und deren Familien von den Fluten und damit einhergehenden Regenfällen Schaden erlitten. Keine der Familien mußte evakuiert werden, lediglich geringe Hochwasserschäden wurden gemeldet.

ZUR KLÄRUNG DER BEGRIFFE: HURRIKAN, TAIFUN, ZYKLON
Ein Hurrikan entsteht als tropische Strömung, die zu einem Gewittergemenge anwachsen kann. Sobald die Höchstgeschwindigkeit 118 km/h überschreitet, spricht man von einem tropischen Wirbelsturm. Im Atlantik und im Nordosten des Pazifiks werden diese Stürme als Hurrikane bezeichnet, wohingegen man im Indischen Ozean von Zyklonen und im Nordwesten des Pazifiks von Taifunen spricht.

WIE ENTSTEHT EIN WIRBELSTURM?
Der Wissenschaftler Kevin E. Treuberth beschreibt die Entstehung von Wirbelstürmen in der Zeitschrift „Spektrum für Wissenschaft“, im Heft 9, 2007 wie folgt: „Vom Gewitter zum Wirbelsturm: Ob Hurrikane durch die globale Erwärmung an Zahl, Größe oder Intensität zunehmen, läßt sich nur ermitteln, wenn man ihre genaue Ursache versteht. Mit den Jahren haben Wissenschaftler immer detailliertere Modelle für die Bildung von Wirbelstürmen entwickelt. Die Zyklone benötigen demnach warmes Wasser und entstehen deshalb meist in den Tropen, wo die Sonnenstrahlen mittags fast senkrecht einfallen. Der Ozean absorbiert die Hauptmenge der auftreffenden Energie und gibt einen Teil durch Verdunstung wieder ab.

Wenn die aufsteigende Feuchte zu Regen kondensiert, wird die Verdampfungsenergie frei und erwärmt die Atmosphäre. Im Winter trägt der Wind diese Wärme bis in hohe Breiten, wo sie ins All abstrahlen kann. Doch im Sommer bleibt die feuchtheiße Luft überwiegend in den Tropen und erklimmt durch Konvektion immer größere Höhen. Dabei bilden sich zunächst Kumulus- und dann Gewitterwolken. Unter geeigneten Bedingungen können mehrere Gewitter zu einem Wirbel verschmelzen, der große Mengen Wasser aus dem Ozean herauspumpt: Ein Hurrikan ist entstanden.

Damit ein Wirbel zustande kommt, muß allerdings vorher schon eine atmosphärische Störung existieren. Solche Störungen bilden sich im Nordatlantik typischerweise an der Westküste Zentralafrikas. Ursache sind die Temperaturgegensätze zwischen der Wüste im Landesinneren und den bewaldeten Küstengebieten. Doch müssen weitere Umstände hinzukommen. Dazu gehören eine Temperatur der Meeresoberfläche von mehr als 26 Grad Celsius, reichlich Wasserdampf und niedriger Luftdruck in der unteren Atmosphäre. Außerdem darf die Windscherung zwischen tiefen und hohen Atmosphärenschichten nur schwach sein; denn Luftströmungen, die stark in die Höhe variieren reißen den sich bildenden Wirbel gleich wieder auseinander.

Ein entscheidender Faktor für die Entstehung von Hurrikanen ist zweifellos die Temperatur der Meeresoberfläche oder kurz SST (englisch sea-surface temperature).

Insgesamt betrachtet sind alle IH-Paten­kinder, ebenso wie deren Familien, mit dem Schrecken davon­gekommen. Ein genaueres Bild über die Vor­kommnisse und ent­standenen Schäden kann natürlich erst später er­folgen. Wichtig ist in­zwischen vor allem die Fest­stell­ung, daß keine IH-­Paten­kinder und auch keine ihrer Familien­mit­glieder körper­lichen Schaden ge­nommen haben.

Ich darf mich deshalb im Namen der IH-­Paten­kinder und ihrer Familien bei Ihnen, werte IH Gönner, sehr herz­lich bedanken und hoffe auf Ihre weiter­gehende Für­sorge.

Ihre

Letitia L. Magaan
Leiterin des IH-Patenschaftsprojekts
in Ko­operation mit Haligi NG Bata (HBI)
in den Philippinen


In der Basket­ball-­Sport­halle dieser Sied­lung wurden auch die Opfer auf­ge­bahrt, viele unter ihnen sind Kinder.
Dieselbe Sport­halle dient als Not­unter­kunft für eine viel zu große An­zahl obdach­los ge­worde­ner Menschen. Die hygienischen Be­dingungen sind katastrophal.


Viele Be­hausungen in den Slum­siedlungen des Bezirks Silangan konnten dem Tai­fun nicht stand­halten und sind quasi in alle Winde zer­stoben.
Der Taifun hat viele Häuser in einen un­bewohn­baren Zu­stand ver­setzt.

Impressum

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Telefax: 06003-919120
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Prof. Dr. Karl H. Koch
Rue Faider 67
1050 Brüssel (Belgien)
Telefon: 0032-2-533 08 20
Telefax: 0032-2-538 89 48
e-mail: sky17793@skynet.be

IH im Internet:
www.internation-hilfsfonds.org

IH-Vorstandsmitglieder:
Prof. Dr. Karl H. Koch (Vorsitzender)
Peter M. Birch
Dr. Wladimir Miljutenko

Verantwortliche Leitung:
K. H. Koch
Honorarkonsul A. L. Weiß

 

Ein Junge aus dem Be­zirk J2-Gulod freut sich über die so­eben er­haltenen Hilfs­gü­ter. Der Taifun Ket­sana hat sich ver­ab­schiedet, je­doch knie­tiefe Wasser­fluten zurück­gelassen.
Die IH-Partner-­Organisaton Haligi NG Bata hat sofort die Initiative er­griffen und Nahrungs­mittel an Über­lebende des Taifuns ver­teilt.
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