| INHALT | Nr. 11 November 2009 | |
| EDITORIAL |
PHILIPPINEN: Überschwemmungen verschärfen die Notlage der Ärmsten! |
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| GEORGIEN | ||
| PHILIPPINEN |
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| Der Ausverkauf von Agrarland untergräbt die Ernährungssouveränität Afrikas! |
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Liebe
IH-Freunde, Die Zwangslage der Ärmsten hat sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts nicht zum Besseren verändert. Die allzu früh zum Wundermittel erkorene Globalisierung, mit der, allen voran, die Regierungen der EU-Staaten, der USA und Japans, sowie der von ihnen gesteuerten internationalen Organisationen, wie der Europäischen Kommission, dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Welthandelsorganisation einen gerechteren Ausgleich zwischen arm und reich herbeizuführen hofften, entpuppte sich für die Ärmsten der Armen als eine herbe Enttäuschung. Es hat sich als fatale Illusion erwiesen, die Kräfte des Marktes würden dieses bestehende Ungleichgewicht, sozusagen automatisch, zugunsten der stets benachteiligten Entwicklungsländer korrigieren. Eine gewisse Orientierungshilfe in diesem undurchsichtigen Gestrüpp des Interessenklüngels der Reichen weist die simple Frage: Wer sind die Profiteure dieser Politik, die von den mächtigsten Industriestaaten vorgegeben wird? Sicherlich nicht die Ärmsten, die Entwicklungsländer!In den sogenannten „entwickelten“ Ländern der G 8 arbeiten nur noch 3 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft; die Mehrheit der am Arbeitsprozeß Teilhabenden arbeitet in den Sektoren Industrie, Dienstleistungen, etc. Hingegen ist in den meisten Ländern Afrikas, aber auch in China und Indien, über die Hälfte der Bevölkerung mit der Produktion von Nahrungsmitteln beschäftigt. Daß schon allein aus diesem Grunde ganz andere Prioritäten im Agrarsektor zum Tragen kommen müssen, als in den reicheren Industriestaaten, liegt auf der Hand. Die von den G 8-Staaten und der Weltbank vorgegebene Exportorientierung der Agrarwirtschaft, die vornehmlich multinationalen „Global-Spielern“ (global players) zugute kommt, gerät wiederum zu einer krassen Benachteiligung der Kleinbauern in den Entwicklungsländern, die vor allem im Afrika unter dem massiven Import billiger Lebensmittel leiden: Da die Import-Nahrungsmittel in ihrem Preisniveau unter den lokalen Produktionskosten liegen, können die im Lande produzierten Nahrungsmittel erst gar nicht zum Verkauf angeboten werden. Die Verhinderung des Verkaufs einheimischer Produkte führt einerseits zur systematischen Zerstörung der Erwerbsgrundlage vieler Menschen, aber darüberhinaus zur Auslöschung traditioneller Eßgewohnheiten und der angestammten Eßkultur. Die Privatisierung von Agrarflächen, Saatgut und Wasser tut ein Übriges und zeitigt verheerende Folgen: Denn multinationale, global agierende Konzerne erwerben sowohl das Land, wie auch die Wasser- Ressourcen und privatisieren das Saatgut; sie verwandeln damit letzteres in profitausgerichtetes Handelsgut, was in Afrika seit Menschengedenken allein der Bevölkerung und der Gesellschaft zueigen war. Ein ebenso anschauliches, wie alarmierendes Beispiel bietet Madagaskar, wo 2008, im Jahre der Welternährungskrise, ein korrupter Präsident dem südkoreanischen Multi Daewoo 1,3 Millionen Hektar Landes – mehr als 50 % des verfügbaren fruchtbaren Bodens – für 99 Jahre verpachtete. In Madagaskar hängen über 600 000 Menschen von der internationalen Nahrungsmittelhilfe ab; über 35 % der Bevölkerung Madagaskars ist unterernährt! Angesichts dieser Problemsituation des Landes muß ein solch skrupelloses Geschäft höchst bedenklich erscheinen, zumal die von Daewoo geplante Agrarproduktion von vorneherein exportorientiert angelegt ist; also der heimischen Bevölkerung nicht zugute kommt! Ein weiteres Negativ-Beispiel in Afrika bietet Mali, das zu einem bedeutenden Importeur von Reis geworden ist, obwohl Mali noch bis vor kurzem zu den Reis- Exportländern gehörte… Auch hier muß die Korruption Pate gestanden haben, als die Regierung Malis riesige Flächen Agrarlandes lybischen und chinesischen Firmen zur Bewirtschaftung überließ. Da auch deren Produktion für den Export bestimmt ist, kann sich jedermann ausmalen, wie den armen Bauern zumute sein muß, wenn sie von ihrem Land vertrieben und zu billigen Tagelöhnern ausländischer Firmen erniedrigt werden. Die hierbei zum Einsatz kommende Agrartechnologie – wiederum auf einen schnellenund hohen Exportertrag abzielend – bringt teures, genmanipuliertes Saatgut zur Anpflanzung, das einen viel höheren Bewässerungsbedarf hat als die heimischen Saaten. In Verbindung mit den von Multis, wie Monsanto, vermarkteten Saaten kommen stets Pestizide zum Einsatz, die die Böden auslaugen, das Grundwasser vergiften und so das Ökosystem nachhaltig schädigen, wodurch den Einheimischen die künftige Lebensgrundlage zerstört wird. Diese Problematik ist bereits in vielen afrikanischen Staaten zur bedauerlichen Realität geworden, da gewisse Regierungen vermeinen, mit der Landvergabe an ausländische Investoren ihrer chronischen Finanzknappheit zu entrinnen. Wenn sie dabei aber ihre Ernährungssouveränität aufgeben, spielen sie rücksichtslosen, profitgierigen Kartellen in die Hände und begeben sich in eine gefährliche Abhängigkeit, aus der es auf längere Zeit kein Entrinnen gibt. Gerade in Afrika muß die Ernährungssouveränität als absolute Priorität gelten, zumal in den Staaten dieses Kontinents die überwiegende Bevölkerungsmehrheit in der Landwirtschaft ihr Einkommen hat und dort auch auf absehbare Zeit ihr Auskommen sucht. Deshalb sollten die Staaten Afrikas, zusammen mit allen anderen Staaten der Erde, das Recht auf gesunde, traditionelle Ernährung in ihrer Konstitution verankern. Ernährungssouveränität schließt natürlich auch das Recht der Bevölkerung mit ein, über ihre Ernährung und die Strukturierung ihrer Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Nicht die Interessen der Märkte und der global orientierten, auf exzessiven Profit setzenden Multinationalen stehen dabei im Vordergrund, sondern ein intaktes Ökosystem, das im Interesse der nachfolgenden Generationen des Schutzes bedarf. Allein die Belange der eigenen Bevölkerung eines jeden Staates sollten dabei als Maßstab dienen, welche Lebensmittel erzeugt, verteilt und konsumiert werden. Ihr Prof. Dr. Karl H. Koch |
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| IH-Mitarbeiter Prof. Dr. Nodar Nadirashvili berichtet aus
Georgien: Die Ossetien- und Abchasien-Flüchtlinge erhöhen die Zahl der Hilfsbedürftigen im Lande! |
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VIELE MENSCHEN
SIND AUF DIE HILFE AUS DEM AUSLAND ANGEWIESEN! Deshalb ist die Versorgung der Waisenhäuser, der Krankenhäuser, sowie der sozial Schwachen und Vergessenen, mit Hilfsgütern aus Deutschland so wichtig, wie sie erfreulicherweise vom IH in Georgien vorgenommen wird. Vor allem die körperlich und geistig Behinderten, wie all die anderen Benachteiligten sind Ihnen, werte IH-Spender, sehr dankbar für Ihre liebevolle Anteilnahme und Hilfe. In großer Dankbarkeit, Prof. Dr. Nodar Nadirashvili Repräsentant des Internationalen Hilfsfonds e.V. in Georgien
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