INHALT
Nr. 10 Oktober 2009
EDITORIAL
WEISSRUSSLAND:
Kindern aus ärmsten Familien helfen!
WEISSRUSSLAND
ZIMBABWE

LITAUEN

Die Krise mahnt zu mehr globaler Verantwortung!

Liebe IH-Freunde,

Mit großer Spannung war der G-20-Gipfel in Pittsburgh (USA) erwartet worden, an den ins­besondere die EU-Staaten hohe Erwartungen geknüpft hatten; dies vor allem auch deshalb, weil bereits im Dezember dieses Jahres die Welt­klima­konferenz ansteht.

Zusammen mit den Europäern hatte auch Japan gehofft, daß Präsident Obama die Weichen stellen würde für die Welt­klima­konferenz in Kopen­hagen. Sie sahen sich jedoch in ihrem Optimismus getäuscht, denn die Vereinigten Staaten, die mit ihren annähernd 5% der Welt­bevölker­ung mehr als ein Fünftel aller CO2-Emissionen in die Atmos­phäre ausstoßen, hielten sich mit Ver­sprechungen stark zurück. Das von den USA ge­forderte klare Signal zur Ver­ringerung des CO2-Ausstoßes blieb aus.

Präsident Obama hat gegenwärtig andere Prioritäten, denn er kämpft darum, seine Gesundheits­reform durch den Senat zu bringen. In den USA scheinen die Uhren zuweilen anders zu ticken als in Europa, was durch die Tatsache unter­strichen wird, daß die Versicherungs­wirtschaft nun schon seit Wochen täglich 1,1 Mio. USD für eine Propaganda-Kampagne aufwendet, um die von Obama angestrebte für alle US-Bürger staatliche Kranken­versicherung zu verteufeln. Was für Europa längst eine Selbst­verständlich­keit darstellt, muß nicht unbedingt für die USA gelten!

Wenn auch noch die damit zusammen­hängende finanzielle Belastung für den Staats­haushalt als wichtigstes Argument von den Gegnern Obamas im Senat ins Feld geführt wird, dann versteht niemand mehr die hier zum Tragen kommende Logik: Der extrem teure Krieg gegen den Irak verschlang bekanntlich ein Vielfaches dessen, was an Staats­geldern für die Kranken­versicherung notwendig wäre, ohne daß sich der Senat quergelegt hätte!

Tun sich schon hier große Wider­sprüche auf, so hat man in Kreisen des Senats überhaupt kein Verständnis für den aus dem alten Kontinent erhobenen Vor­wurf: „Die Rettung des Welt­klimas ist mindestens so wichtig wie die Rettung der Banken!“

Die Kritik an den Industrie­staaten beschränkt sich nicht allein auf den Still­stand beim Klima­schutz; auch das fehlende Mit­sprache­recht der armen Länder gibt Anlaß zum Streit. Den Industrie-Staaten wird vorgeworfen, die Schwellen- und Entwicklungs­länder hinzuhalten, was finanzielle Zusagen anbelangt.

Obama stellte fest: „Amerika kann die Probleme der Welt nicht allein lösen; die Zeit ist gekommen, daß alle ihren Teil an der Ver­antwortung für eine globale Antwort auf die globalen Heraus­forderungen erbringen“. Die US-Regierung ist der Auf­fassung, der Dialog über den Schutz der Wälder, wie auch die Problematik des CO2-Ausstoßes, sei vorrangig nicht Aufgabe der G 20; die Zuständig­keit hierfür läge eher bei den Vereinten Nationen.

Anläßlich dieser kontroversen Diskussion verdeutlichte sich der Eindruck, daß die Dominanz des führungs­gewohnten Westens, die sich in der Gruppierung der G 8 widerspiegelt, im Schwinden begriffen ist. Man muß kein Prophet sein, um voraus­zusagen, daß die Tage des „Club der großen 8“, dem Rußland und Japan als die einzigen nicht-westlichen Staaten angehören, gezählt sind.

Der kleine 8er-Club wird dem der G 20 weichen müssen, zumal die globalen Probleme ohne die Mit­einbeziehung wichtiger auf­strebender Länder, wie China, Indien, Brasilien, etc. nicht lösbar sind. Waren im „Club der 8“ Staaten ähnliche Kulturen ver­treten – wobei Japan, das sich nach dem 2. Welt­krieg meist an die USA angelehnt hat – so werden die Diskussionen im Verband der G 20 künftig schon deshalb weniger harmonisch verlaufen, weil mehr unter­schiedliche Interessen und Mentalitäten auf­einander­prallen. Dies wird eine Macht­verschiebung zugunsten der Schwellen­länder mit sich bringen, die dann auch ihre Positionen in den inter­nationalen Institutionen, wie z.B. im Inter­nationalen Währungs­fonds, verbessern wollen und mittels größerer Stimm­rechte ein­fordern werden.

Es war Präsident Obama vor­behalten, vor der UN-Voll­versammlung ein positives Zeichen zur Ent­spannung zu setzen, als er die Abschaffung aller Atom­waffen forderte. In seiner Resolution erklärte der Sicherheits­rat eine „Welt ohne Atomwaffen“ zu seinem primären Ziel. Obamas For­derung: „Die Fähigkeit des Menschen zu töten, muß ein­geschränkt werden“, steht in frontalem Gegen­satz zur Politik seines Amts­vorgängers, der vermeinte, die Probleme der Welt militärisch lösen zu können… und damit die USA in die höchste Staats­verschuldung seiner Geschichte trieb. Zu Bush’s Wirken be­wahrheitet sich ein Aus­spruch des früheren Präsidenten Ronald Reagan: „Die Regierung ist nicht die Lösung des Problems. Sie ist das Problem!“

Europa sollte die Initiative Präsident Obamas freudig auf­nehmen und den ersten Schritt zur Um­setzung zur Ver­bannung von Atom­waffen tun. Es wäre der in den letzten Jahren stark in Mit­leidenschaft gezogenen Glaub­würdig­keit der Politiker in den EU-Staaten dienlich, alle Atom­waffen der USA, die in Europa lagern, abwracken zu lassen und außer Landes zu schaffen. Dies würde nicht nur die Sicher­heit der europäischen Bürger, als auch die ihrer Nachbarn erhöhen, sondern auch die Umwelt­belastung und -gefährdung ver­ringern. Absichts­erklärungen allein reichen nicht mehr: Den Reden müssen Taten folgen!

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender Internationaler Hilfsfonds e.V.

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Prof. Dr. Youri Rodionov berichtet aus Weißrußland:
TABEA ermöglicht Kindern aus ärmsten und zerrütteten Familien einen Ferienaufenthalt!
Im Frühjahr dieses Jahres haben wir die wertvolle Arbeit des Christlichen Hilfswerks TABEA in den IH-Nachrichten vorgestellt, das auf die Initiative des Pavel Timofejevich Brodov zurückgeht. Seinem persönlichen Einsatz ist es zuzuschreiben, daß aus bescheidenen Anfängen heraus ein Ferienzentrum entstanden ist, das vor allem Kindern und  Jugendlichen aus armen, kinderreichen Familien kostenlose Ferien ermöglicht. Ein weiteres Ziel ist es, die Reintegration von Jugendlichen aus Problemfamilien in die Gesellschaft zu fördern. Hierzu Auszüge aus Professor Rodionovs jüngstem Bericht.

Das Feriencamp ist in eine malerische Landschaft eingebettet.

DIE REINTEGRAT ION BENACHTEILIGTER IN DIE GESELLSCHAFT FÖRDERN!
Der Grundgedanke, auf den Pavel Brodov sein Konzept stützt, ist die in den Kirchen verkündete Nächstenliebe in den Alltag zu übertragen. Die Zielgruppe der sich Pavel Brodov mit seiner Hilfsorganisation zuwendet, sind die Armen, Benachteiligten und Vergessenen. Da sich der Internationale Hilfsfonds in seiner Arbeit auf ebendiese sozial Ausgegrenzten ausrichtet, empfahl ich dem Vorstand des Internationalen Hilfsfonds, das Projekt für Hilfe zur Selbsthilfe der in der Region Mogilev beheimateten Initiative des Pavel Brodov zu unterstützen.

DAS FERIENLAGER TA BEA ERFÜLLT EINE WICHTIGE SOZIALE FUNKTION!
Das in der Nähe der Stadt Mogilev gelegene Feriencamp beherbergt Kinder aus ärmsten Familien, für die dieser Aufenthalt eine Möglichkeit bietet, regelmäßige Mahlzeiten zu erhalten. Dies ist zuhause, wo große Geldnot herrscht, wahrlich nur selten der Fall… Die Folge ist, daß diese Kinder zumeist unterernährt sind und dann hungrig zur Schule gehen.

Unter diesen Voraussetzungen dem Unterricht zu folgen, erleichtert das Lernen keinesfalls. Und so ergibt es sich, daß die ärmsten der Kinder zwangsläufig in ihren schulischen Leistungen zurückbleiben. Dieses Phänomen der Benachteiligung führt oftmals dazu, daß diesen Kindern der Zugang zu weiterführenden Bildungsanstalten verbaut ist. Das ist in Weißrußland nicht anders als in Deutschland!

Das Ferienlager TABEA lädt deshalb Kinder aus ärmsten und kinderreichen Familien zu einem mehrwöchigen Aufenthalt im Ferienlager ein, um die unschuldig in Not geratenen Kinder aus ihrer freudlosen Umgebung zu holen.

KINDERN AUS ZERRÜTTETEN FAMILIEN HELFEN!
TABEA bietet einer weiteren Zielgruppe Platz, wobei es sich um Kinder handelt, die aus zerrütteten Familienverhältnissen kommen. Die Gründe für deren deprimierendes Familienleben sind mannigfaltig:


Auch einsam lebende Alte aus den Städten finden liebevolle Zuwendung bei TABEA.

Da gibt es die verschiedensten Ursachen, die dann Auslöser für ein tristes Familienleben sind: Die Palette reicht dabei von der konfliktgeladenen Scheidung bis zur Alkohol-Abhängigkeit, die das Leben der Alkoholiker selbst, wie auch das ihrer Angehörigen, zur Hölle macht. Die Schwächsten in der Familie sind die Kinder, die sich nicht wehren können und unter den Alkoholproblemen  entstehenden Exzessen am meisten zu leiden haben: Die Kinder werden geschlagen und sind den Gewaltausbrüchen ihrer Eltern oft hilflos ausgeliefert.

Von Kindern, die aus solchen Familien stammen, wird ein Ferienaufenthalt bei TABEA wie eine Rettung aus größter Not empfunden.


Für die Reintegration von Kindern aus zerrütteten Familienverhältnissen bedarf es des pädagogisch einfühlsamen Zuspruchs.




Neue Kleidung aus Deutschland gab es auch für diese Kinder, denen man ihre Freude ansieht. Dieses Photo zeigt das Zentrum des Feriencamps, das Zug um Zug durch kleine Holzhäuschen ergänzt wird.

ARBEITSLOSIGKEIT ALS PROBLEMAUSLÖSER!
Die Arbeitslosigkeit ist ein weiterer wichtiger Faktor, der Familien, bzw. einzelne Mitglieder, aus dem Gleichgewicht bringt und leider nur allzu oft aus der Bahn wirft. Das Nichtbeschäftigtsein, das viele Menschen als Degradierung empfinden, steht häufig am Anfang von Depressionen, die der Flucht in den Alkohol den Weg ebnen.

Aggressionen zwischen Ehepartnern verursachen immer wieder Dauerstreit, der sich in physischer Gewalt entlädt. Opfer sind hierbei meist die Frauen; aber auch die Kinder werden nicht verschont! Solch asoziales Verhalten der Eltern prägt die Kinder, deren Verängstigung jeder normalen Persönlichkeitsentwicklung entgegensteht.

Kinder, die aus einem kriminellen Milieu stammen, wobei ein Elternteil, oder noch schlimmer: sogar beide Elternteile, im Gefängnis einsitzen, driften nicht selten selbst in ein kriminelles Schattendasein ab, was nichts Gutes für den weiteren Lebensweg verheißt.

Besonders auch diesen Kindern, die allgemein als „Abschaum der Gesellschaft“ gelten, Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen eine liebevolle Behandlung angedeihen zu lassen, gehört mit zu den vornehmsten Aufgaben der Helfer von TABEA.

Die Kinder mit kriminellem Familienhintergrund bedürfen sehr einfühlsamer Zuwendung, die nur von erfahrenen Pädagogen und Sozialarbeitern erbracht werden kann. Die Ferien können deshalb nicht nur aus Freizeit bestehen, sondern es muß Zeit und Muße vorhanden sein – am besten auf spielerische Art und Weise – gerade bei diesen Kindern ein neues Gesellschaftsempfinden zu wecken, das einen Ausweg aus ihrer Isolation aufzeigt. Die Not, Ausgrenzung und Ächtung durch die Gesellschaft, tragen dazu bei, daß sie außerhalb der Gemeinschaft stehen, sodaß die Kinder letztlich völlig auf sich allein gestellt sind, kapseln sich immer mehr ab und enden in einem Zustand seelischer Abgeschiedenheit, in der die Kinder mutlos verharren und ohne fremde Hilfe der Gefahr ausgesetzt sind, selbst auf die schiefe Bahn zu geraten.

Der IH unterstützt TABEA mit Hilfsgütern, wie z.B. Waschmitteln und Hygieneartikeln, für die es stets Bedarf gibt. Pavel Brodov hat diese Initiative zur Reintegration ins Abseits geratener Kinder und Jugendlicher in die Tat umgesetzt und kann stolz auf den bislang erzielten Erfolg sein.



Diese Knaben haben ebenfalls Kleidung erhalten, und die Freude darüber ist sehr groß!


Den Kindern bereiten die Hilfsgüter aus Deutschland große Freude; denn für die Ärmsten der Armen sind Geschenke rar.

Der Gesangs-Chor erfreut sich bei den Kindern großer Beliebtheit und weckt ihr  Interesse an Musik und Gesang.

Wenn sich TABEA diesen Kindern annimmt, so wird den Vergessenen ein großer Dienst erwiesen, vor allem dadurch, daß das verlorengegangene Selbstwertgefühl wiederentdeckt wird. Dies ist die psychologische Voraussetzung dafür, eine andere Wegrichtung einzuschlagen und zurück zum Leben in der Gemeinschaft zu finden.

Der Internationale Hilfsfonds unterstützt TABEA mit einer ganzen Palette von Hilfsgütern, angefangen von Baumaterial, Möbel, bis hin zu Hygiene- und Waschmitteln; aber auch Kleidung und Schuhen,  sowie gesunder Aufbaunahrung.

Ich darf in diesem Zusammenhang die Gelegenheit nutzen, Ihnen, verehrte IH-Spender, den Dank des Pavel Brodov, TABEA und den Dank vieler bedürftiger Kinder und Jugendlicher für Ihre selbstlose Hilfe zu erbringen.

Ihr

Prof. Dr. Youri Rodionov
IH-Repräsentant in Weißrußland


Für Kinder aus asozialen Familien, in denen bittere Armut vorherrscht, bedeutet ein Aufenthalt im Camp,  daß es oft, zum ersten Mal seit Jahren, geregelte Mahlzeiten gibt.
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Frau Ezelle Schimper berichtet aus Zimbabwe:
Der IH erbringt medizinische Hilfe in der Region Chikombedzi!

In der dieser Ausgabe vorangegangenen IH-Nachrichten haben wir über die Arbeit einer Delegation aus Zypern berichtet. Unser Dank gebührt der Regierung Zyperns, die sich an den Kosten beteiligte, sodaß Frau Maria Epaminanda, die Direktorin der Zyprischen Vereinigung für Familienplanung und ein aus drei Ärzten bestehendes Team unter der bewährten Führung von Frau Prof. Dr. Eleni Theocharous im Rahmen des IH-Partnerschaftsprojekts in der Region Chikombedzi wertvolle Hilfe leisten konnten. Während in den IH-Nachrichten im September das IH-Projekt zur Wüstenbekämpfung, das gleichzeitig die Verbesserung der Selbstversorgung der armen Bauernfamilien der Region Chikombedzi mit Obst dient, im Mittelpunkt stand, wollen wir unser Hauptaugenmerk diesmal auf die medizinische Hilfe des IH lenken. Aus dem Bericht von Frau Ezelle Schimper geben wir folgende Auszüge wieder:
Benson (2. von rechts) repariert die Wasserpumpe, denn die unter Anleitung von Frau Prof. Theocharous gepflanzten Obstbäume müssen bewässert werden.

DIE HUNGERSNOT HAT UNTERERNÄHRUNG ZUR FOLGE!
Aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage, in der sich das Land nun schon seit Jahren befindet, ist es für die arme Landbevölkerung immer schwieriger geworden, ihre Familien zu ernähren. Da die heimischen Ernten weit weniger ertragreich als in der Vergangenheit ausfallen, sind auch die Preise für Nahrungsmittel drastisch gestiegen. Die Nahrungsmittelhilfe der Vereinten Nationen ist für die Bevölkerung Zimbabwes unverzichtbar geworden. Zu den Mangelprodukten gehören nach wie vor Baby- Nahrung und Nährmittel. Angesichts dieser Notsituation bringt der IH mit jedem seiner Hilfsgüter-Container Nahrungsmittel, inklusive Kindernahrung, nach Chikombedzi. Die Verteilung erfolgt prioritär an die Ärmsten, das dortige Krankenhaus und an die Schulen.

AUFSCHLUSSREICHE DATEN
Die Hyper-Inflation, die politische Konfliktsituation und der Beinahe-Total-Kollaps des Gesundheitswesens gestalten das Leben der Bürger des Landes zunehmend schwieriger, sodaß in letzter Zeit Woche für Woche Tausende von Menschen Zimbabwe verlassen, um in Nachbarstaten, vor allem in Südafrika, unterzukommen. Verläßliche statistische Daten sagen aus, daß die Bevölkerung allein zwischen 2002 und 2006 um 4 Millionen zurückgegangen ist. Die Kindersterblichkeitsrate hat sich seit 1990 bis 2006 verdoppelt! Die Lebenserwartung für Frauen liegt bei durchschnittlich 34 Jahren, was die niedrigste Rate auf der Welt überhaupt darstellt!

VON GRÖSSTER WICHTIGKEIT: AIDS-PRÄVENTION !
Die Leidensgeschichte Zimbabwes mit AIDS nahm 1985 ihren Anfang, und Ende der 80er Jahre hatten sich bereits 10% der Bevölkerung mit dem AIDS-Virus infiziert. Nach Angaben der Regierung waren 2003 ca. 25% der Bevölkerung mit AIDS infiziert, um bis 2007 auf ca. 15% abzufallen. Ein Arzt brachte die Problematik vor Journalisten wie folgt auf den Punkt: „In Zimbabwe sterben die Menschen an AIDS, bevor sie verhungern!“ In Zimbabwe werden jährlich mehr als 17.000 Kinder mit AIDS infiziert, zumeist handelt es sich um Mutter-Kind- Transmissionen. Dies trifft übrigens auch auf die insgesamt 120.000 in Zimbabwe an AIDS erkrankten Kinder zu.

Viele Frauen nehmen die Gelegenheit wahr, ihre Kinder vom IH-Ärzteteam, dem Fachärzte für Pädiatrie aus Zypern angehören, untersuchen zu lassen. Frau Prof. Dr. Eleni Theocharous, Fachärztin für Pädiatrie und Chirurgie, untersucht zusammen mit ihrem Assistenten, Dr. Marios Theodorou, ein krankes Kind im Krankenhaus von Chikombedzi.

Frau Prof. Dr. E. Theocharous führt eine komplizierte, mehrstündige Operation eines Kindes durch, die den einheimischen Ärzten nicht möglich ist. Frau Prof. Theocharous bei der Vorbereitung einer Operation zusammen mit einheimischen Ärzten im Krankenhaus von Chikombedzi.

Die Chirurgin kümmert sich um einen Buben, der einer aufwendigen Operation bedurfte, um eine sog. Hasenscharte zu korrigieren.

SCHWANGERSCHAFTSVERHÜTUNG: IN DEN DÖRFERN NICHT BEKANNT!
Da die meisten Methoden der Schwangerschaftsverhütung in den kleinen, abgelegenen Dörfern in der Region Chikombedzi kaum bekannt sind, war es für Frau Maria Epaminanda ein besonderes Anliegen, auch die Frauen in den isolierten Landstrichen, entfernt der Städte, aufzusuchen. Denn gerade für die ärmsten Bauersfrauen auf den Dörfern tut Aufklärung Not.

Die von Frau Maria Epaminanda durchgeführten Veranstaltungen erfreuten sich großen Zuspruchs seitens der Landbevölkerung. Als sehr vorteilhaft hat es sich erwiesen, daß die Aufklärungsarbeit in den Dörfern vonstatten ging, zumal den Ärmsten das Geld für Fahrten in die Städte fehlt.

IH-ÄRZTE FÜHREN UNTERSUCHUNGEN UND OPERATIONEN DURCH.
Zusammen mit ihrem Ärzteteam nahm Frau Prof. Theocharous die Gelegenheit wahr, Kinder in Dörfern zu untersuchen. Sie wurde dabei von Dr. Marius Theodorou und Dr. Karavva unterstützt. Der Dentist Dr. Georgiou führte zahnärztliche Untersuchungen und Behandlungen durch.


Kinder der Region Chikombedzi halten sich am liebsten im Freien auf: Unser Photo zeigt Frau Maria Epaminouda, die Direktorin der Vereinigung für Familienplanung Zyperns und Frau Dr. Eleni Karasavva beim Unterrichten.

Frau Prof. Theocharous war es vergönnt, zwei Kinder erfolgreich zu operieren. Der Fall eines Kleinkindes war deshalb besorgniserregend, weil dessen Därme durch die offene Bauchdecke nach außen getreten waren. In beiden Fällen ist die Operation geglückt, und die Heilung verläuft gut. Es ist vorgesehen, ähnliche medizinische Hilfsaktionen auch künftig in Zimbabwe durchzuführen, und ich darf mich im Namen der Patienten und aller Dorfbewohner, die ärztlich behandelt worden sind, bei Ihnen, werte IHGönner, sehr herzlich bedanken.

Ihre

Ezelle Schimper
Leiterin des IH-Patenschaftsund
Schulförderungsprojekts in der
Region Chikombedzi


Prof. Dr. Youri Rodionov berichtet aus Litauen:
Der IH unterstützt Invaliden und Behinderte in der Bezirkshauptstadt Ukmerge.


Auch nach dem Eintritt Litauens in die EU ist die Armut im Lande  allgegenwärtig. Darunter leiden besonders die Behinderten, denen der IH u.a. mit Rollstühlen hilft.

Impressum

Internationaler Hilfsfonds e.V.
Siemensstraße 3
D-61191 Rosbach v.d.H.
Telefon: 06003-9191-0
Telefax: 06003-919120
e-mail:Int.Hilfsfonds@t-online.de

Internationaler Hilfsfonds e.V.
International Liaison Office
Prof. Dr. Karl H. Koch
Rue Faider 67
1050 Brüssel (Belgien)
Telefon: 0032-2-533 08 20
Telefax: 0032-2-538 89 48
e-mail: sky17793@skynet.be

IH im Internet:
www.internation-hilfsfonds.org

IH-Vorstandsmitglieder:
Prof. Dr. Karl H. Koch (Vorsitzender)
Peter M. Birch
Dr. Wladimir Miljutenko

Verantwortliche Leitung:
K. H. Koch
Honorarkonsul A. L. Weiß

 

Unser Photo zeigt den IH-Mitarbeiter Prof. Dr. Youri Rodionov (2. von rechts) zusammen mit freiwilligen Helfern, die sich den Behinderten im Bezirk Ukmerge annehmen.

Das Zusammenbrechen der Sowjetunion hatte zur Folge, daß Litauen 1991 seine staatliche Unabhängigkeit erlangte. Das Land zählte damals ca. 3,3 Millionen Einwohner, von denen sich jedoch schon damals über 400 000 entschlossen, Litauen zu verlassen und ihr Glück im Ausland zu suchen. Die meisten der litauischen Auswanderer fanden in Irland, Großbritannien und in den USA Arbeit und eine neue Heimat.

Die überwiegende Mehrheit der Auswanderer waren junge gut ausgebildete Fachleute, die dem Land heute schmerzlich fehlen, wenn es darum geht, das agrarwirtschaftlich geprägte Land in einen modernen Industriestaat zu verwandeln. Auch der Eintritt Litauens in die EU hat die Armut des Landes nicht merklich reduziert. Die Tatsache, daß viele litauische Haushalte nicht über fließendes Wasser verfügen und weitgehend noch Ofenheizung vorherrscht, mag anzeigen, wie arm die Bevölkerung Litauens ist.

Ein Rollstuhl erleichtert den Alltag Behinderter spürbar und verhilft ihnen zu neuer Mobilität.

Eine Mittelschicht gibt es in Litauen nicht, sodaß sich die Gesellschaft in arm und reich spaltet, was über kurz oder lang zu sozialen Spannungen führen dürfte. Besonders die sozialen Randgruppen, wie Behinderte und Kranke, leben in Litauen in bitterer Armut. Somit erscheint es für den Internationalen Hilfsfonds angebracht, seine zu Beginn der 90er Jahre gestartete Nothilfe für Litauen wieder aufzunehmen und ausgewählten Zielgruppen des Landes zugute kommen zu lassen; um auf diese Weise unserer Solidarität und Freundschaft mit Litauen im Rahmen der uns gegebenen Möglichkeiten Ausdruck zu verleihen.

Der IH hat deshalb in der Bezirkshauptstadt Ukmerge, einer Stadt mit 28 000 Einwohnern, eine Kooperation mit der dortigen Behörde für Sozialfürsorge eingeleitet, die mit ihren 25 Mitarbeitern im Bezirk über 1000 Invaliden und Behinderte betreut.

Der Internationale Hilfsfonds unterstützt diese wertvolle Arbeit mit Krankenhausbetten, Rollstühlen, Gehhilfen, etc., sowie mit Baumaterial zur Renovierung der alten Bausubstanz von Kranken- und Waisenhäusern, bringt aber auch Nahrungsmittel und Kleidung zu den Notleidenden.

Die Zusammenarbeit hat ein positives Echo in der Stadt und dem Bezirk Ukmerge hervorgerufen, das es dem IH erlaubt seine Arbeit auf konstruktive Weise zum Wohle der Behinderten fortzusetzen. Allen Spendern, die den IH darin unterstützen, diese Initiative zu ermöglichen, darf ich im Namen der Behinderten des Bezirks Ukmerge meinen herzlichen Dank entrichten.

Ihr

Prof. Dr. Youri Rodionov
IH-Repräsentant für Litauen

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